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Göttingen Kindern einen festen Platz bieten
Die Region Göttingen Kindern einen festen Platz bieten
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00:17 22.04.2017
Quelle: Richter
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Grone

Blumen, Punkte, Wellen, handabdrücke und abstrakte Muster: Der Kreativität der Teilnehmer, die zum größten Teil Kinder waren, waren keine Grenzen gesetzt. Mit bunten Acrylfarben bemalten je zwei Teilnehmer konzentriert einen oder mehrere Holzstühle. Dabei benutzten sie Haushaltsschwämme und ihre Finger. Tipps gab es von der Aktionskünstlerin Kühler. „Schau mal, du hast jetzt immer in eine Richtung gestrichen. Was kannst du noch mit dem Schwamm machen?“, fragte sie eine sechsjährige Teilnehmerin. „Stempeln“, antwortete das Mädchen. „Genau. Dafür könntest du auch eine andere Farbe benutzen“, schlug die Künstlerin dem Kind vor.

© Niklas Richter

Die 24-jährige Sajeela Nawaz bemalte gemeinsam mit Natalie Fetsch einen Stuhl. Beide waren sich einig, dass ihre Zusammenarbeit gut funktioniert, obwohl sie sich erst vor kurzem kennengelernt haben. Zu zweit zu arbeiten, sei eine gute Idee, denn ihre Partnerin und sie inspirieren sich beim Malen gegenseitig, so Nawaz. „Jeder malt einfach das, worauf er Lust hat, ganz ohne Zwang“, fügte Fetsch an.

Von Alisa Altrock

„Kulturstühle“

„Kulturstühle“ ist ein interaktives Sozio-Kulturprojekt von der Jugendhilfe-Süd-Niedersachsen und der Göttinger Einrichtung „Haus der Kulturen“. Es soll Platz für Kulturaustausch bieten, Berührungsängste abbauen und neue Freundschaften aufbauen. Dazu werden alte Stühle neu bemalt und an Plätzen wie den Bahnhofsvorplatz und am Gänseliesel in Göttingen aufgestellt. Die Stühle sollen Platz zum Verweilen und zum kulturellen Austausch bieten. Das Projekt wird von der Göttinger Aktionskünstlerin Carola Kühler betreut.aa

Auch der achtjährigen Anesa hat die Aktion Spaß gemacht. Sie bemalte mit ihrer Schwester einen Holzstuhl. Mit dem Ergebnis war sie zufrieden. „Ich male gerne, und mein Lieblingsfach in der Schule ist Kunst“, sagte die Grundschülerin. Kühler sei sehr nett und habe gute Tipps für die Teilnehmer.

Als eine Art künstlerisches Recycling bezeichnete Kühler die Aktion. „Diese alten Stühle wären eigentlich ausrangiert worden“, erklärte sie und ergänzte: „Es geht darum, aus dem Nichts etwas Wertvolles zu schaffen.“ Durch das gemeinsame Arbeiten bauen die Teilnehmer Beziehungen zueinander auf, ist sich Kühler sicher, „weil sie sich kennenlernen und lernen, sich aufeinander einzustellen“. Am Ende sind zehn bunte Kunststühle für das Nachbarschaftszentrum entstanden. die vor allem den Kindern einen festen Platz bieten sollen. aa

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