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Göttingen Das Tagebuch von Andreas Georg Wähner
Die Region Göttingen Das Tagebuch von Andreas Georg Wähner
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19:57 18.03.2013
Dezember 1760: Plan der Stadt Göttingen, eingeschlossen von der „Aliirten Hanöverischen Armee“. Quelle: Stadtarchiv
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Göttingen

Wähner, geboren bei Bremen, kam 1717 an das Göttinger Pädagogium. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer und Erzieher, von 1718 an als Konrektor, gab er Privatstunden, „er war ein beliebter Lehrer“, sagt Dahmen, die dem Wissenschaftler auch im Göttinger Jahrbuch 2012 des Geschichtsvereines eine Abhandlung gewidmet hat.

Sigrid Dahmen

Als das Pädagogium 1734 geschlossen wurde, unterrichtete er als Privatgelehrter Studenten in Mathematik und Sprachen. 1739 erhielt er eine Professur für „morgenländische Sprache“. Wähner lebte in stabilen finanziellen Verhältnissen, war alleinstehend „und an allem interessiert“, betont Dahmen. Und er hatte gute Kontakte zu Nachbarn und Kollegen.

Seine Neugier und alle Quellen, derer er habhaft werden konnte, nutzte er, um die Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756 -1763) in einem Tagebuch zu dokumentieren. Darin flossen Gerüchte ein, Beobachtungen und Berichte seiner Mitmenschen, Briefe und Zeitungsartikel, die Stadt- oder Weltgeschichte zum Inhalt hatten. „Es ist interessant, was man schon in dieser Zeit alles erfahren konnte“, sagt Dahmen.

Selbstreflexionen und die eigene Person schloss Wähner weitgehend aus, das Diarium sei „kein Buch, das man abends zum Rotwein liest“, so Dahmen, sondern eher Forschungsgrundlage  für Wissenschaftler. Die Historikerin hat die Abschrift aus unbekannter Hand editiert, historische Angaben und Ereignisse überprüft und Namen recherchiert. Im Anhang ist ein Schlagwortregister zu finden nebst alphabetischem Personenverzeichnis mit biografischen Angaben.

Wähners Verdienst ist eine Darstellung der lokalen Auswirkungen eines internationales Konfliktes – eine Fundgrube an Informationen aus der Heimat- und Militärgeschichte. Die Abschrift datiert Dahmen auf das Ende des 18. Jahrhunderts. Durch die eigenen Recherchen hat sie die Akribie des Chronisten überprüft. Verbrechen finden sich zumeist in den städtischen Akten wieder, bei geschichtlichen Daten fügte sie über die Fußnoten Hintergründe und teils Korrekturen ein. „Manchmal hat sich der Autor um einige Tage vertan“.

Andreas Georg Wähner. „Tagebuch aus dem Siebenjährigen Krieg“ ist in der Reihe „Quellen zur Geschichte der Stadt Göttingen“ im Universitätsverlag erschienen. Das Werk hat mehr als 320 Seiten und kostet 30 Euro.

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