Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Defizite und Chancen im Quartier
Die Region Göttingen Defizite und Chancen im Quartier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 29.05.2018
„Grüne Mitte Ebertal“: Eine Untersuchung zeigt derzeitige Mängel auf und macht Verbesserungsvorschläge. Quelle: Swen Pförtner
Anzeige
Göttingen

Das Ebertal wandelt sich: Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft als größter Wohnungsbesitzer will für Sanierungen und Neubau von Wohnungen rund 120 Millionen Euro in das Wohnquartier zwischen Steinsgraben, Wörthstraße und Görtlitzer Straße investieren. Auch die Stadt will das Viertel aufwerten. Eine Vorbereitende Untersuchung (VU) benennt Defizite und macht Lösungsvorschläge.

Maßnahmen für 12,1 Millionen Euro

Die im Bauausschuss des Rates durch Peter Kranzhoff vom Planungsbüro Cappel und Kranzhoff vorgestellte mehr als 100-seitige Untersuchung ist Voraussetzung für die Stadtverwaltung, sich um Fördermittel aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ zu bewerben. Die Stadtverwaltung beziffert die Kosten für geplante Maßnahmen im Ebertal in den Jahren 2019 bis 2029 auf 12,1 Millionen Euro. Davon seien rund 10,3 Millionen Euro förderfähig.

„Erhebliche Substanz- und Funktionsschwächen“

Die VU kommt zu dem Schluss, dass es in großen Teilen des Untersuchungsgebietes „erhebliche Substanz- und Funktionsschwächen“ gibt. So lägen Substanzschwächen dann vor, wenn das Gebiet mit der vorhandenen Bebauung oder Beschaffenheit den Anforderungen „an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse oder an die Sicherheit der in ihm wohnenden oder arbeitenden Menschen“ nicht entspreche. Im Ebertal sind das konkret Schwächen an der Bausubstanz, an Wegbeschaffenheiten und an der Ausstattung und Gestaltung öffentlicher Flächen. „Es fehlt jedoch auch an Räumlichkeiten im Bereich der sozialen Einrichtungen sowie für den Sport“, heißt es. Funktionsschwächen im Ebertal sieht das Büro in den Bereichen Stadtbild, Verkehr, Aufenthaltsqualität, Grünflächennutzung, Barrierefreiheit und Angebotsstruktur für die Bewohner im sozialen Bereich.

Das Ebertal soll schöner werden. Quelle: Swen Pförtner

Quartiersplatz für „städtisches Leben“

Kranzhoff skizzierte im Ausschuss einige Maßnahmen, die zu einer Aufwertung des Viertels führen können. So schlägt er einen Quartiersplatz auf der Südseite des Supermarktes vor, der dem Quartier „städtisches Leben“ einhauchen und die Aufenthaltsqualität verbessern soll. Außer einer Modernisierung des Awo-Häuschens im Lönsweg sind die Erweiterung der dortigen Kinderstagesstätte und der Bau eines Mehrzweckgebäudes an der Lohbergschule, in dem ein Nachbarschaftszentrum Platz finden kann, unter den Maßnahmen zur Quartiersaufwertung zu finden. Privaten Immobilienbesitzern soll ein finanzieller Anreiz gegeben werden, ihre Gebäude zu sanieren und zu modernisieren.

Platz für alternative Verkehrsmittel

Kranzhoff regte an, auch den „sehr, sehr breiten“ Steinsgraben zurückzubauen. Gleiches gelte für den Lönsweg. Beide Straße könnten verschönert werden. Platz sollen alternative Verkehrsmittel bekommen: Angebote für E-Mobilität und Car-Sharing etwa.

Der Ausschuss beauftragte am Donnerstag die Verwaltung einstimmig, sich auf das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ zu bewerben, und die in der Anmeldung der städtebaulichen Gesamtmaßnahmen genannte Sanierungsmaßnahme „Grüne Mitte Ebertal“ durchzuführen. Auch sollen der nicht durch Einnahmen und durch Städtebauförderungsmittel des Landes gedeckte Teil der Ausgaben für die Finanzierung der Gesamtmaßnahme durch die Stadt aufgebracht werden.

Nach dem Votum des Bauausschusses entscheidet abschließend der Rat über die Maßnahmen zur Grünen Mitte Ebertal.

Von Michael Brakemeier

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zur Verleihung des Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreises am 3. Juni in Göttingen kommt Alt-Bundespräsident Joachim Gauck. Er wird die Laudatio auf einen der Preisträger halten. Erwartet werden auch Delegationen aus Göttingens Partnerstädten, um Anfang Juni an den Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Thorn (Polen).

25.05.2018

Die gute Nachricht der Woche: Die EU hat sich um die Datensicherheit gekümmert. Na bitte. Die Folgen hat ein Nutzer bei Twitter recht zutreffend so zusammengefasst: „DSGVO ist, wenn Du plötzlich ohne eigenes Zutun aus sämtlichen Newslettern fliegst, was Dir vorher trotz eigenem Zutun nicht gelungen ist.“

26.05.2018

Mit einem spontanen Demonstrationszug sind am Freitagabend rund 200 Abschiebegegner durch die Göttinger Innenstadt in Richtung des Neuen Rathauses gezogen. Mit Transparenten und lauten Sprechchören bewegten sie sich durch die Fußgängerzone.

25.05.2018
Anzeige