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Göttingen Der KKS Grone 54 bietet neue Möglichkeit
Die Region Göttingen Der KKS Grone 54 bietet neue Möglichkeit
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18:39 06.07.2010
Premiere mit dem neuen Gewehr für Sehbehinderte: Regine Rohmann lässt sich von Klaus Ropeter einweisen. Quelle: Heller

Der Ton wird höher. „Millimetersache“, kommentiert der stellvertretende Schießsportleiter und justiert Marquardts Arme noch einmal. Der Ton wird zum Fiepen. „Jetzt drücken Sie ab.“ „Wahrscheinlich eine Zwei“, schätzt der blinde Schütze. Doch die Scheibe zeigt: Er hat die Acht getroffen.

Schießsport für Blinde bietet der Kleinkaliberschützenverein Grone 1954 (KKS Grone 54) seit neuem an. Rund 20 Blinde und Sehbehinderte sind zur Premiere gekommen. Sie alle wollen die Anlage ausprobieren, die eigens für sie angeschafft wurde. Jens Marquardt ist dabei einer der ersten. Beim nächsten Schuss könnte er schon alleine „mit den Ohren zielen“.

Bei einem der regelmäßigen Treffen von Blinden und Sehbehinderten im Café Valentin wurde die Idee geboren: „Kann man hier eigentlich Schießen für Blinde machen?“ kam als Frage aus der Runde. Als Vorsitzende des KKS Grone spitzte Café-Chefin Ines Krengel die Ohren. Sie machte sich schlau und fand heraus: „Man kann.“ Doch als sie begann, sich um das Geld zu kümmern, erfuhr sie: Eigentlich ist das Projekt nicht förderfähig. Aber der integrative Aspekt machte es möglich. Denn die Lotto-Sport-Stiftung fördert zwar in erster Linie den Sport; mit einem Viertel der Fördergelder werden aber Ideen auch mit dem Ziel der Integration unterstützt. 3000 Euro kamen von der Stiftung. Der Ortsrat beteiligte sich mit 400 Euro, der Stadtsportbund gab 300 Euro und der Verlag Ziele 100 Euro. Das neue Angebot des KKS Grone ist in Südniedersachsen einzigartig. Bisher mussten Sehbehinderte zum Schießsport nach Lehrte fahren. Grones Bürgermeisterin Brigitte Sterr (SPD) forderte die Neuen gleich auf, beim Groner Kirmesschießen mitzumachen.

Nicht ins Schwarze, ins Weiße müssen sie treffen. Bei dem Luftgewehr-Schießen auf zehn Meter Entfernung wird reflektierendes Licht in Töne umgewandelt. Je mehr Licht reflektiert wird, desto höher wird der Ton. In der Mitte der Scheibe ist es am hellsten. Ein „Highlight“, so Regine Rohmann als Kreisgruppenleiterin des Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen – Regionalverein Süd-Ost-Niedersachsen, habe der KKS Grone für Göttingen geschaffen.

Den Sehbehinderten stehen im KKS Grone drei Möglichkeiten offen. Sie können das Schießen als Freizeitsport betreiben, sie beteiligen sich am Vereinssportschießen oder sie streben nach Wettkampferfolgen. Blinde und Sehbehinderte, die „mit den Ohren zielen“ möchten, können es mittwochs oder freitags zwischen 18.30 bis 22 Uhr bei den Schießabenden des Vereins probieren. Damit genügend Helfer da sind, wird um Anmeldung gebeten.

www.hhsgrone54.de

Von Ute Lawrenz

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