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Göttingen Gefiederte Nachtgeister
Die Region Göttingen Gefiederte Nachtgeister
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00:17 28.10.2016
Waldkauz Quelle: r
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Göttingen

Altholzreiche Laub- und Laubmischwälder seien der bevorzugte Lebensraum des Waldkauzes. „Die höchsten Siedlungsdichten erreicht unser Vogel in den buchenreichen Wäldern des südniedersächsischen Berglands“, so Dörrie und bezeichnet den Bestand in der Region „seit Jahrzehnten als stabil“. Landesweit wird von einem Brutbestand von 4000 bis 7500 Paaren ausgegangen. Dörrie: „Der Brutbestand in Stadt und Landkreis Göttingen sowie im Altkreis Northeim kann sehr, sehr grob auf mindestens 500 Paare geschätzt werden.“

Überdurchschnittlich viele Reviere

Mit Blick auf eine Bestandserfassung für den Göttinger Stadtwald schreibt Dörrie auf der Internetseite des Arbeitskreises Göttinger Ornitologen (AGO): „Hier wurden von Februar bis Anfang Juli 2003 auf 758 Hektar (ca. 50 Prozent der Stadtwaldfläche) 14 Reviere ermittelt, die einen überdurchschnittlich hohen Wert von 1,8 Revieren pro Quadratkilometern dokumentierten.“

Der zum Vogel des Jahres 2017 gekürte, nachtaktive Eulenvogel werde selbst von vogelkundlich Interessierten nur wenig beachtet, meint Dörrie und verweist auf die Datenbank Ornitho (ornitho.de): „Aus dem waldreichen Landkreis Northeim liegen seit 2011 ganze 72 Wahrnehmungen (zumeist akustische) vor, darunter viele aus der ersten Maidekade“. Dörrie weiß, wann und wo sich Waldkäuze am ehesten beobachten lassen. In Göttingen sei der Eulenvogel nicht verstädtert und daher zum Beispiel am Stadtfriedhof nicht nachgewiesen. „Einsam balzende Männchen sind aus dem Cheltenham-Park und dem stadteinwärts gelegenen Ostviertel bekannt, gaben dort aber wohl nur kurze Gastspiele“, so Dörrie.

Gerne auf dem Waldboden

Anders am Stadtrand, wo es seit Jahrzehnten feste Reviere gebe. Im Spätwinter und Frühling könne man im Bereich Schillerwiese die Männchen schon von weitem heulen hören, und auch die angrenzenden Stadtwaldbereiche wie Molkengrund, Lange Nacht und Ebertal sowie im Umfeld des Kerstlingeröder Feldes seien Waldkauzterrain. Dörrie weist darauf hin, dass junge, noch nicht flugfähige Waldkäuze „gerne auf dem Waldboden“ umherstiefeln oder „bräsig auf einem Baumstumpf“ sitzen würden. „Diese Puschel sind weder krank, aus dem Nest gefallen oder von ihren Eltern verlassen“ und müssten nicht „gerettet“ werden.

Mehr Informationen unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/waldkauz/

Der Waldkauz

Der Waldkauz (Strix aluco) ist ein nachtaktiver Eulenvogel, der durch sein rindenfarbiges Gefieder in seinem Lebensraum – lichte Laub- und Mischwälder – gut getarnt ist. Waldkäuze haben vergleichsweise kleine runde Köpfe, dunkle Augen und unterscheiden sich durch ihre fehlenden Federohren von der kleineren Waldohreule.

Wenig Feinde, vielfältige Nahrung

Sein Ruf ist im Herbst und Winter am meisten zu hören, denn dann ist Balzzeit. Bei der Brutplatzwahl ist der Waldkauz sehr flexibel. Er brütet in Höhlen aller Art, in Schornsteinen und selbst Bodenbruten sind bekannt. Vielfältig ist auch die Nahrung, die der Vogel zu sich nimmt: von Insekten über Regenwürmer, Amphibien, Reptilien, Fische bis hin zu Vögeln mittlerer Größe, vor allem aber auch Mäuse, Wühlmäuse und Ratten. Der Waldkauz hat nur wenige Feinde, etwa den Habicht oder den Uhu, Waschbären seien seit einigen Jahren als sogenannte Prädatoren von Eiern und Jungvögeln hinzugekommen. be

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