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Göttingen 40 Boxer suchen Fährten in Nörten-Hardenberg
Die Region Göttingen 40 Boxer suchen Fährten in Nörten-Hardenberg
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14:40 25.10.2018
Frank Jaenicke, Landesmeister aus Sachsen-Anhalt, geht mit seinem fünfjährigen Boxer Barrique auf Fährtensuche. Quelle: Rüdiger Franke
Göttingen

An den Deutschen Meisterschaften für Fährtenhunde des Boxer-Klubs Sitz München nehmen 40 Hund-Mensch-Gespanne teil. Die Gruppe Göttingen des Vereins richtet den Wettbewerb vom 26. bis 28. Oktober aus.

„Das Minimalziel ist, die Prüfung zu bestehen“, sagt Frank Jaenicke, der mit seinem fünfjährigen Boxer Barrique von Morias Tor an der Meisterschaft teilnimmt. „Und dann schauen wir mal. Ich hätte nichts dagegen, Erster zu werden.“ Die Chance besteht für das Duo. Immerhin sind die beiden mit 99 von 100 möglichen Punkten Landesmeister in Sachsen-Anhalt geworden. Realistisch gesehen sei ein Platz unter den ersten Zehn möglich, hofft Jaenicke. „Aber dazu gehören viele Faktoren“, erzählt er. „Und die 40, die hier sind, können es alle.“

Barrique zeigt die Suche im Video:

Suche in freier Wildbahn

„Die Fährtensuche wird in freier Wildbahn ausgetragen“, erklärt Ulrich Schädel, stellvertretender Vorsitzender der Gruppe Göttingen und Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen. „Dazu benötigen wir ein Gelände mit rund 120 Hektar Fläche.“ Für die Meisterschaften habe die ADG-Leinetal in Nörten-Hardenberg ihr Gelände bereit gestellt. Der Hund soll bei der Prüfung eine Fährte aufnehmen und verfolgen. Die Länge müsse mindestens 1800 Schritt betragen. Die Fährte bestehe aus acht Schenkeln und sieben Winkeln. Zwei der Winkel müssen spitze Winkel sein. Dazu müsse ein Kreisbogen integriert werden.

Sieben Gegenstände

Auf der Strecke müsse der Hund sieben Gegenstände mit einer Größe von zehn mal drei Zentimetern finden, ergänzt Klaus Eckstein, Vorsitzender der Gruppe Göttingen. Die Gegenstände bestehen aus Kork, Jute, Leder und Holz. „Der Fährtenleger nimmt sie am Abend vorher an sich und kurz vor dem Auslegen noch einmal in die Hand“, so Eckstein. Damit nehmen die kleinen Plättchen etwas von seinem Eigengeruch auf. Der Hund geht an einer Fährtenleine zehn Meter vor dem Hundeführer und muss sitzend, liegend oder stehend auf die Gegenstände verweisen, wenn er sie findet.

Frank Jaenicke, Landesmeister aus Sachsen-Anhalt, geht mit seinem fünfjährigen Boxer Barrique auf Fährtensuche. Quelle: Rüdiger Franke

Drei Stunden später

Die Fährte liegt mindestens drei Stunden, bevor die Hunde auf die Strecke geschickt werden. Etwa eine halbe Stunde vorher lege eine fremde Person eine Verleitungsfährte durch zwei Schenkel, so Schädel. Davon dürfe sich der Hund nicht beirren lassen. „Er muss sie deutlich differenzieren“, erläutert er. Er solle sie zwar wahrnehmen, müsse aber auf seiner Fährte bleiben. Doch auch unvorhergesehene Ablenkungen können erfolgen, erzählt Jaenicke, wenn zum Beispiel ein Rudel Rehe über die Fährte gerannt sei. „Der Hund bleibt vielleicht stehen und die Punkte sind futsch.“

Möglichst fehlerfrei

Ziel der Fährtensuche sei, möglichst fehlerfrei zu bleiben. Bei Fehlern erfolge Punktabzug, erläutert Schädel. Der Hund müsse zum Beispiel mit der Nase so dicht wie möglich über dem Boden laufen. Nimmt er die Nase hoch, sei dies ein Fehler. Weitere Fehler seien unter anderem, wenn der Hund aus der Fährte rauskomme, die Verleitungsfährte annehme, nicht richtig auf die Gegenstände verweist oder diese gar überlaufe.

Der fünfjährige Boxer Barrique von Morias Tor Quelle: Rüdiger Franke

Vertrauen in den Hund

„Bei der Fährtensuche musst Du deinem Hund vertrauen“, sagt Jaenicke. Als Hundeführer wisse er schließlich nicht, wo die Fährte verlaufe. Und mit zehn Metern Entfernung könne er die Gegenstände auch nicht sehen. Dafür trainiere er dreimal pro Woche mit Barrique. Der Boxer sei in einem guten Fährtenalter. Man brauche etwa drei Jahre, um dem Hund die Fährtensuche sicher beizubringen. Dann brauche dieser noch etwa zwei Jahre, um Erfahrung zu sammeln. Danach blieben drei bis vier Jahre für die Teilnahme an Wettkämpfen, bis er dann sein Leben als Rentner genießen dürfe.

Kein Hexenwerk

„Riechen kann jeder Hund“, sagt Jaenicke, aber er brauche Erfahrung für den Sport. Der Hund mache es aber nicht, weil er nur Spaß daran habe, sondern wegen der Belohnung, je nach Hund Futter oder Spielzeug. „Das ist kein Hexenwerk, sondern viel Arbeit und Zeit.“

Recht auf 45 Minuten Suche

Die Meisterschaften beginnen am Freitag, 26. Oktober, um 10 Uhr mit der Impfpass- und Chipkontrolle am Gelände des Boxer-Klubs in der Otto-Brenner-Straße in Göttingen. Danach wird die Reihefolge ausgelost. Ab 13 Uhr gehen dann zwölf Hunde auf Fährtensuche im Gelände in Nörten-Hardenberg. Am Sonnabend startet der Wettkampf mit 18 Hunden. Die letzten zehn Hunde kommen am Sonntag ab 11 Uhr an die Reihe. „Jeder Hund hat das Recht, 45 Minuten die Fährte zu suchen“, sagt Schädel. Die Suche sei nicht zeitabhängig. Die Siegerehrung soll gegen 15 Uhr erfolgen.

Von Rüdiger Franke

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