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Göttingen Die Grippewelle ist angekommen
Die Region Göttingen Die Grippewelle ist angekommen
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15:40 06.02.2018
Ist die Grippe erst einmal da, hilft nur Bettruhe. Quelle: r
Göttingen

Die Influenza betrifft zur Zeit vermehrt auch Südniedersachsen. Die Grippe kommt plötzlich, das berichten Betroffene. Fieber von bis zu mehr als 40 Grad Celsius ist möglich. Häufigster Auslöser sind aktuell die Influenza-Viren der Variante B.

Innerhalb eines Tages kommt die Influenza, das Fieber steigt, der Betroffene schleppt sich meist noch bis zum Bett – und ist froh dort angekommen zu sein. Das Fieber kann auf mehr als 40 Grad Celsius steigen – und es bleibt über Tage. Außer fiebersenkenden Mitteln und alten Hausmitteln wie Wadenwickel, gibt es wenige Möglichkeiten gegen die Grippe. Nach etwa drei Tagen mit hohem Fieber ist in der Regel das Schlimmste überstanden, doch bis der Erkrankte wieder richtig auf die Beine kommt, dauert es mindestens eine Woche, manchmal auch erheblich länger.

„Ja, die Grippe-Welle ist nun wirklich auch in Südniedersachsen angekommen“, sagt Prof. Helmut Eiffert vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universitätsmedizin Göttingen. Mit der letzten Meldung des Landesgesundheitsamtes sei ein deutlicher Zuwachs zu erkennen, sagt der Grippe-Spezialist. „Die Influenza in der Variante B liegt aktuell mit 73 Prozent der Influenza-Infektionen weit vorne“, sagt Eiffert. „Das ist völlig neu, denn die Influenza B-Viren sind normalerweise nicht besonders klinisch aktiv.“

Es gebe Patienten, die in die Universitätsmedizin Göttingen mit Influenza eingeliefert worden seien, sagt Eiffert. Doch das seien erstaunlicherweise verhältnismäßig wenige. „Das spricht dafür, dass der Verlauf dieser Grippevariante glücklicherweise wohl weniger schwer ist“, sagt der Mediziner. Viel machen könne man auch im Klinikum mit den Patienten nicht: „Beobachten und gegebenenfalls fiebersenkende Mittel kann man geben, denn eine therapeutische Möglichkeit gegen die Influenza B-Viren gibt es nicht.“ Eiffert empfiehlt aber grundsätzlich allen Betroffenen, sich umgehend mit ihrem Hausarzt in Verbindung zu setzen.

Schwer betroffen von der Grippe ist auch der Sparta Göttingen-Vorsitzenden Patrick Humke, den Greitweg-Cup hat er bisher komplett verpasst. „Mich hat es wirklich richtig erwischt. Ausgerechnet zum Wochenende stieg das Fieber weit über 39 Grad Celsius. Da ging überhaupt nichts mehr“, sagt Humke. „Das Fieber habe ich über drei Tage kaum herunterbekommen, ich konnte nur schlafen und habe gesunde Tees getrunken.“ An die frische Luft zu gehen, das solle gesund sein, sagt Humke. „Aber jeder Schritt so war unglaublich anstrengend und schweißtreibend. Ich habe also sehr viel Zeit im Bett verbracht und die Krankheit hat mich über 14 Tage ausgeschaltet. Sie klingt jetzt gerade ganz langsam aus.“ Trotzdem seien größere Belastungen immer noch nicht möglich. „Man sollte die Grippe wirklich ernst nehmen, sonst folgt die Strafe auf dem Fuße“, sagt Humke, der aber für sich einen ganz kleinen positiven Effekt der Krankheit doch entdecken kann: „Da ich eine Zeit lang überhaupt keinen Hunger verspürt habe, wiege ich nun einige Kilos weniger.“

Zahlen über die Grippeerkrankungen liefert das Göttinger Gesundheitsamt, zuständig für die Stadt und den Landkreis Göttingen. Die dem Amt gemeldeten Influenza Zahlen in Stadt und Landkreis für den Zeitraum von 1. Januar bis 6. Februar liegen unter den Fallzahlen des Vorjahres. Im Jahr 2018 sind in Göttingen 42 (Vorjahr 93), in Hann. Münden acht (Vorjahr 14), in Duderstadt acht (Vorjahr 13) sowie Osterode sechs (Vorjahr neun). Für das gesamte Jahr 2017 wurden für Göttingen 233, für Hann. Münden 53, Duderstadt 43 und Osterode 34 Fälle gemeldet.

Hände gründlich waschen

Maßnahmen, zum Vermeiden einer Übertragung von respiratorischen, also durch Kontakt- oder Tröpfcheninfektion und bevorzugt an Lunge und Atemwegen wirksamen, Viren:

-Händehygiene, häufiges Waschen der Hände mit warmen Wasser und mit Seife – für mindestens 15 bis 20 Sekunden

- Augen, Nase und Mund nicht mit Händen berühren

- Vermeiden von Kontakt zu infizierten Personen

- Hygienisch husten und niesen – in die Ellenbeuge und verwenden Sie beim Niesen Einmaltaschentücher, die sie dann entsorgen

In manchen Fällen kann eine Erkrankung so schwer sein, dass Hausmittel nicht ausreichen. Dies gilt vor allem für Ältere, chronisch Kranke und abwehrgeschwächte Menschen. Hier sollten Sie ihren Hausarzt zur Rate ziehen.

Mit einer fieberhaften Erkältung, einer Grippe oder einem Magen-Darm-Infekt sollten Sie besser zu Hause bleiben, um schneller wieder gesund zu werden und um andere Menschen nicht anzustecken.

Von Frank Beckenbach

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