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Göttingen „Die Not ist groß“
Die Region Göttingen „Die Not ist groß“
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00:18 05.02.2018
Grone-Süd Quelle: Bernd Beuermann
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Grone

In einigen Fällen hätten sich die Heizkosten verdoppelt, so die Angaben von Teilnehmern. Einzelne Mieter äußerten ihre Überraschung darüber, überhaupt nachzahlen zu müssen: Sie hätten in den vergangenen Jahren noch nie Nachzahlungen leisten müssen. Andere sprachen von Abrechnungen für Fahrstuhlkosten für Wohnungen in Gebäuden, die über keinen Fahrstuhl verfügten, Kosten für eine Gemeinschaftswaschmaschine, die es gar nicht gibt und eine 300-prozentige Steigerung der Kosten für Treppenhausbeleuchtung. Die geforderten Nachzahlungen, erklärte Falkenberg, hätten bis zu 1100 Euro betragen und seien zum Teil sofort eingezogen worden – mit teils fatalen Folgen für die Konten der betroffenen Mieter. Falkenberg: „Die Not ist groß.“

Kritisch kommentiert wurde auch die Fristsetzung für die Begleichung der Nebenkostenabrechnung von nur vier Wochen. Der Gesetzgeber sehe dafür zwölf Monate vor – nachdem die Abrechnungen Mitte Dezember 2017 eintrafen, gebe es eine Frist dafür wie auch für Widerspruchsschreiben bis einschließlich Dezember dieses Jahres.

Die Abrechnungen für das Jahr 2016 waren von der Hausverwaltung der Adler AG, der Firma WBG, verschickt worden. Die komplizierten Schreiben und Berechnungen der Nebenkosten hätten vor allem diejenigen Mieter überfordert, deren Muttersprache nicht Deutsch sei, meinte Falkenberg: „Wie sollen diese Leute Widerspruchsschreiben aufsetzen können?“

Cornelius Blessin, Anwalt beim Göttinger Mieterverein, regte in Richtung Göttinger Stadtverwaltung an, Empfängern von Sozialleistungen die Mitgliedschaft im Mieterverein zu bezahlen. In der Schlussabrechnung habe sich die Übernahme dieser Kosten bezahlt gemacht, sagte Blessin und verwies auf gute Erfahrungen mit einem solchen Modell in Norddeutschland.

Unterdessen hat die Adler Real Estate den Grund für die Abrechnungsfehler gefunden und verspricht Nachbesserung. Wegen der Umstellung auf eine neue Abrechnungs-Software seien „teilweise Wasserkostenvorauszahlungen bei der Abrechnung nicht berücksichtigt“ worden, erklärt Unternehmenssprecherin Alrike Allameh. „Eine komplette Nachprüfung der im Dezember versandten Nebenkostenabrechnungen ergab, dass 162 Mieter betroffen sind.“ Diese hätten bereits Mitte Januar ein Korrekturschreiben erhalten, Mieter mit einer Lastschrifteinzugsermächtigung ihr Geld in der vierten Kalenderwoche zurücküberweisen bekommen.  Allameh: „Mieter ohne Lastschriftverfahren, sogenannte Selbstzahler, können den Gutschriftbetrag  von der nächstfälligen Mietzahlung in Abzug bringen, oder sie teilen uns ihre Bankverbindung mit, damit Auszahlungen getätigt werden können.“

Von Matthias Heinzel

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