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Göttingen Die Schulpläne der Stadt Göttingen werden teurer
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17:59 09.10.2018
Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske stellte während der jüngsten Schulausschusssitzung die vorläufig aktuelle Fassung des Schulstättenentwicklungskonzepts vor. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Rat und Verwaltung haben es sich zur Aufgabe gemacht, die richtige Schule zur richtigen Zeit in der richtigen Größe am richtigen Standort bereitzustellen. Keine leichte Aufgabe vor dem Hintergrund einer sich verändernden Schullandschaft und der Tatsache, dass über Jahre nicht investiert werden konnte.

In der ersten Fassung hatte die Verwaltung ein Konzept mit Varianten vorgelegt. Diese wurden später in Version zwei konkretisiert. „Wir haben in dieser Phase Vorschläge gemacht, die uns dann zum Teil um die Ohren gehauen wurden“, gibt Schuldezernent Siegfried Lieske zu. Er nimmt diese Kritik gelassen, ihm geht es um die Festschreibung von Standards für alle Schulformen. Über die konkrete Umsetzung könne man gern diskutieren.

Die Kosten im Blick

Von Beginn an habe es einen Austausch mit allen Schulleitungen, Elternvertretern und der Politik gegeben. Alle Interessen sollten berücksichtigt werden. „Dabei gilt es aber zwei Dinge zu beachten. Auf der einen Seite müssen wir Schulen mit ihren pädagogischen Profilen mit ausreichend Raum versorgen, um guten Unterricht zu ermöglichen. Auf der anderen Seite ist es auch unsere Aufgabe, die Kosten im Blick zu haben“, so Lieske weiter. Dafür lasse er sich nicht kritisieren.

Und eines steht fest: Die jetzt im Schulausschuss vorgelegte dritte Version des Schulstättenentwicklungskonzepts erfüllt viele der zum Teil lautstark vorgetragenen Wünsche. Er wird aber voraussichtlich auch deutlich teurer. Das Votum der Ausschussmitglieder war einstimmig. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der Rat abschließend ähnlich entscheidet. Und so können einige Eltern bereits jetzt aufatmen.

Protest erfolgreich

Im Detail bedeuten die jüngsten Nachbesserungen: Den Schülern der Bonifatiusschule (Boni I) bleibt entgegen der ursprünglichen Planung ein Umzug nach Geismar erspart. Die Adolf-Reichwein-Schule bekommt dadurch keine Konkurrenz vor die Tür. Auch die Godehardschule soll beide Standorte in der Grätzelstraße und in der Von-Haller-Straße behalten und nicht in den Räumen der Heinrich-Heine-Schule zusammengelegt werden. Sehr zur Freude auch der Leitung der benachbarten Astrid-Lindgren-Schule.

Unmutsäußerungen und gemeinsame Protestaktionen waren erfolgreich. Auch wenn SPD und Grüne, die im Ausschuss mittels Änderungsantrag für die jüngsten Nachbesserung gesorgt hatten, betonen, sie hätten sich nicht durch den öffentlichen Druck beeinflussen lassen, sondern ihre „Vorstellungen von einer sozialen Weiterentwicklung der Göttinger Schullandschaft“ realisiert.

Diskussion um das Konzept geht weiter

Eine Vorstellung, die sich erstaunlich weitgehend mit der sogenannten „10-Punkte-Liste“ deckt, die die CDU nach dem Elternprotest veröffentlichte. An einem kleinen Detail allerdings unterscheiden sich die Zugeständnisse der Fraktionen an die Schulen. Und dieses Detail betrifft die Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Einigkeit besteht noch in dem Plan, die Schule am Standort weiter zu entwickeln und alle Jahrgänge vor Ort zu unterrichten. Dafür ist jedoch ein An- und Umbau notwendig.

Für diese unvermeidbare Bauphase schlägt die CDU einen vorübergehenden Umzug einer Jahrgangsstufe in die „gut ausgestattete Gebäude der Heinrich-Heine-Schule“ vor. Die Verwaltung geht von zwei Jahrgängen aus – im Fall der Unterstufe wären zwölf Klassen betroffen. Schüler, Eltern und das Kollegium um Schulleiter Tom Wedrins lehnen das kategorisch ab. „Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule wendet sich entschieden gegen die Pläne, unsere Schule auf zwei Standorte aufzuteilen“, heißt es in einem Statement auf der Schulhomepage. SPD und Grüne äußerten sich bisher nicht zur konkreten Umsetzung in der Übergangsphase. Ein Umbau bei laufendem Betrieb? Schuldezernent Lieske ist ehrlich: „Meine Fantasie reicht dafür im Moment nicht aus. Aber ich bin auch kein Bau-Fachmann.“

Noch sind also nicht alle Fragen geklärt. Vertreter aus Verwaltung und Politik sind noch in diesem Monat zu einem Gespräch in die Schule eingeladen, verrät Lieske. Die Diskussion um das Schulstättenentwicklungskonzept der Stadt Göttingen geht in die nächste Runde.

Von Markus Scharf

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