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Göttingen Die Spa-Kasse
Die Region Göttingen Die Spa-Kasse
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02:15 04.09.2017
Quelle: r
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Wären die ursprünglichen Träger des Fellkleides gemeint, wäre die Botschaft für sich genommen schon mal strunzdumm. Abgesehen davon hat die Menschheit die Dezimierung der Artenvielfalt auch ohne besondere Aufforderung schon hinbekommen. Sollten aber Menschen im Fokus stehen und gemeint sein ... ich mach’s mal kurz:

  1. Wer so etwas sprüht, gilt in Göttingen schnell mal als „Aktivist“, der im Gegensatz zum gewöhnlichen Gesetzesbrecher zwar ebenso Verkehrtes tut, es aber doch irgendwie gut und richtig meint. Herzlich willkommen in der verstrahlten Welt salon-bolschewistischer Waldorf-Seligkeit made in Martin-Sonneborn-Stadt.
  2. So etwas zu sprühen, ist darüber hinaus steindoof und hat ungefähr so viel Wirkung auf die allgemeine Meinungsbildung wie der hiermit veröffentlichte Leit- und Merksatz: „Bei Subtraktionsaufgaben steht die größere Zahl immer vorne.“ Sollten Sie Grundschüler im Hause haben, tragen Sie diese These ruhig täglich vor. Damit können Sie eine Menge Spaß haben.
  3. Danke, Herr Reinecke, für die gute Beobachtung.

Zweiter Flop der Woche: die Spa-Kasse:
Als sich der Neubau der Sparkassenzentrale in noch bedeutend theoretischerem Zustand als derzeit befand, wurde ruchbar, dass die Pläne im Obergeschoss fünf Badezimmer – ich formuliere neu: Nasszellen – für die Vorstandsmitglieder vorsahen. Das stellte sich dann natürlich als Irrtum heraus, denn schließlich

  • hat die Sparkasse Göttingen gar nicht so viele Vorstandsmitglieder und außerdem
  • fließt Wasser niemals nach oben – ein Phänomen, das südniedersächsischen Bauexperten auch als „Erstes Göttinger Gravitationsgesetz“ bekannt ist.

Inzwischen nimmt der Bau konkrete Gestalt an, und die Fassade weist in ihrer lebensbejahenden Form- und Farbgebung Analogien zum Mietwohnungsbau skandinavischer Großstädte Anfang der siebziger Jahre auf. Für Bauhistoriker: Das war die eher monochrome Periode zwischen spätem Pippi Langstrumpf und frühem IKEA. Kann man mögen.
Unglücklicherweise ist inzwischen aber aus der logischen Ableitung der oben erwähnten Schwerkrafterkenntnis nasse Realität geworden. Damit sich die kritischen Bürger Göttingens nicht unnötig aufregen: Auch wenn der Wasserschaden an manchen Stellen des Baukörpers die Qualität eines Nichtschwimmerbeckens erreicht haben dürfte, war es jedenfalls nach unserer Erkenntnis nie ausdrücklich formuliertes Ziel, im Keller der neuen Kasse ein Spa einzurichten. Unwissentlich und unwillentlich hat einfach ein Mitarbeiter einer am Bau beschäftigten Firma den falschen Hahn aufgedreht.
Soll man alles auch nicht so hochhängen, denn schließlich ist die räumliche Verlagerung der Sparkassenzentrale von der Innenstadt in Richtung Fließgewässer grundsätzlich positiv zu sehen: Die Sparkasse an die Leine legen.
Sie erreichen den Autor unter E-Mail c.oppermann@goettinger-tageblatt.de; Twitter: @tooppermann

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