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Göttingen Japanische Forscher besuchen Unterricht
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14:42 28.11.2018
Besuchen die Göttinger Hagenbergschule (v.l.): Atsushi Suzuki und Kaoru Sugihara mit Schulleiterin Cosima Richter-Koch. Quelle: Max Brasch
Göttingen

Der japanische Professor Atsushi Suzuki hat die Göttinger Hagenbergschule besucht. Gemeinsam mit seiner Frau, der Professorin Kaoru Sugihara, sucht Suzuki nach Kooperationsmodellen zwischen Schulen und Eltern, die sich auf das japanische Bildungssystem übertragen lassen.

Ein großes Problem in Japan sei, dass es in Schulen oft an sozialer Kompetenz mangle, erläuterte Suzuki. Für Schüler mit Schwächen seien die Hilfsangebote nicht selten mangelhaft. Des Weiteren würden sich viele Eltern nur für die Leistungen ihrer Kinder interessieren. Für die sogenannten „Soft Skills“, wie soziale Kompetenz, sei im Lehrplan kaum Platz. Das liege zum Teil auch an gesellschaftlichen Vorstellungen in Japan.

Deutsche Integrationsmodelle für Japan?

Und sollten sie doch thematisiert werden, sähen sich viele Schulen verständnislosen Eltern gegenüber. Dabei würde es oft zu Konflikten zwischen Schulen und Eltern kommen. „In den vergangenen Jahren hat die Autorität der Schulen gegenüber den Eltern immer stärker abgenommen“, erklärte Suzuki die Situation. Deshalb möchte er sich in Deutschland über Kooperations- und Integrationsmodelle informieren und diese gegebenenfalls an die angehenden Lehrer seiner Fakultät weitergeben.

Suzuki ist Professor für Lehrerbildung an der bildungswissenschaftlichen Fakultät der staatlichen Oita Universität auf der japanischen Insel Kyushu. Er forscht zu Moral und Ethik an Schulen und ist der Autor von theoretischen Arbeiten zum Thema „soziale Kompetenz“. Darüber hinaus beschäftigt sich Suzuki mit bildungswissenschaftlichen Unterschieden in Deutschland und Japan. Er veröffentliche deutschsprachige Aufsätze unter anderem in den „Jahresblättern für japanische und deutsche Forschung in Japan“ und im „Jahrbuch für Historische Bildungsforschung“. Außerdem erschien einer seiner Beiträge im Buch „Netzwerke in bildungshistorischer Perspektive“.

Auf Göttingen sei Suzuki durch Professor Klaus-Peter Horn vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität gekommen. Die beiden Wissenschaftler hätten sich in Tübingen kennengelernt und er habe dort Veranstaltungen von Horn besucht, sagte Suzuki. „Zuerst habe ich mir Schulen in Berlin angeschaut, aber dort lag der Fokus vor allem auf der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund“, so Suzuki. Ihm würde es aber auch um andere benachteiligte Schüler gehen. Deshalb habe er „durchschnittliche deutsche Grundschulen“ abseits der Metropolen gesucht, erklärte der Wissenschaftler.

„Wir freuen uns über das Interesse an der Hagenbergschule“, sagte Schulleiterin Cosima Richter-Koch. Für die beiden Gäste aus Japan seien unter anderem Gespräche mit Lehrern und Schülern, sowie Unterrichtsbesuche geplant. Im Vordergrund stünden dabei Inklusionskinder und deren Integration in den Unterricht.

Von Max Brasch

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