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Göttingen Rekordabschuss bei Waschbären
Die Region Göttingen Rekordabschuss bei Waschbären
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00:17 12.12.2016
Erstmals wurden in der vergangenen Jagdsaison in Niedersachsen innerhalb von zwölf Monaten mehr als 10 000 Tiere erlegt. Quelle: dpa
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Göttingen

Erstmals wurden in der vergangenen Jagdsaison in Niedersachsen innerhalb von zwölf Monaten mehr als 10.000 Tiere erlegt. Wie aus dem aktuellen Landesjagdbericht 2015/2016 hervorgeht, sind dies etwa 200 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014/2015. Die Abschusszahlen lassen nach Angaben der Landesjägerschaft Rückschlüsse auf die Größe der Waschbärenpopulation zu: Die Experten gehen davon aus, dass auf jedes erlegte Tier eine Vielzahl lebender Waschbären kommt. Am weitesten verbreitet sind Waschbären, die bis zu 65 Zentimeter groß und bis zu zwölf Kilogramm schwer werden, im Süden Niedersachsens.

Daher steht der Landkreis Northeim in der Waschbären-Jagdstatistik  mit 1.205 Abschüssen auf Platz zwei. Es folgt mit 1.115 erlegten Tiere der Landkreis Lüchow-Dannenberg. In ganz Niedersachsen wurden genau 10070 Waschbären geschossen.

Der Spitzenplatz des Landkreises Göttingen bei den Abschusszahlen erklärt sich durch die geografische Nähe zum nordhessischen Edersee. Dort wurden im Jahr 1934 zwei Paare der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere ausgewildert. Andere Waschbären wurden ein Jahr später in der brandenburgischen Schorfheide freigelassen.

Seither breiteten sich die Waschbären vor allem von Süden, aber auch von Osten kommend in Niedersachsen "sehr stark" aus, schreibt der Wildtierexperte Egbert Strauß im Landesjagdbericht. So werde auch im Weserbergland inzwischen aus fast jedem Revier ein Bestand gemeldet.

Die Abschusszahlen sind entsprechend hoch. Im Landkreis Hameln-Pyrmont wurden im vergangenen Jagdjahr 591 Tiere und im Kreis Schaumburg 300 Waschbären erlegt. Auch im Harz werden immer mehr Tiere zur Strecke gebracht. Allein im niedersächsischen Teil des Mittelgebirges waren es im vergangenen Jagdjahr rund 850 Waschbären. Vor zehn Jahren waren in Niedersachsen nur etwa 2.400 Waschbären abgeschossen worden. Damals gab es in weiten Gebieten im Westen und Norden des Landes noch gar keine oder nur wenige Abschüsse.

Das hat sich inzwischen geändert. In fast allen Landkreisen werden regelmäßig Waschbären erlegt. Dies ist nach Darstellung der Landesjägerschaft auch dringend erforderlich. Denn der Waschbär als Allesfresser habe zunehmend einen negativen Einfluss auf gefährdete Tierarten. Er frisst Singvögel und Niederwild, plündert die Nester von Greifvögeln oder Schwarzstörchen und macht sich über Fische, Unken und Kröten her. Eine Ausrottung der Waschbären durch die Jagd sei angesichts der großen Zahl der Tiere allerdings illusorisch, meinte Experte Strauß. Als Schätzzahl nennt er für das Jahr 2009 bis zu 500.000 Tiere in Deutschland. hein/dpa

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