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Göttingen „Die sollten mich erschießen“
Die Region Göttingen „Die sollten mich erschießen“
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21:27 09.12.2009
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Dem Beamten, den er zum Gebrauch der Dienstwaffe zwang, bescheinigt der 45-Jährige, alles richtig gemacht zu haben: „Ich würde genau so als Polizist reagieren.“ Damals hingegen hatte der mit der Axt um sich Schlagende noch von den Polizisten gefordert: „Hier, genau in die Mitte“, und hatte sich an die Stirn gezeigt.

Der Mann ist einschlägig aufgefallen. Als 25-Jähriger hatte er im Streit um Geld seinen Stiefvater mit einer Streitaxt und zwei Säbeln so schwer verletzt, dass er wegen versuchten Totschlags in die Psychiatrie kam. Ärzte bescheinigten ihm einen Hirnschaden mit der Folge, auf schon geringe Mengen Alkohol extrem aggressiv zu reagieren. Nach der Behandlung im Landeskrankenhaus Moringen blieb er in der Region, wurde noch zweimal wegen ähnlicher Taten verurteilt, blieb aber jeweils bei strenger Kontrolle und Alkoholabstinenz auf freiem Fuß.

Am Tattag hatte er Streit mit einer Freundin. Deshalb griff er zu Alkohol, hörte laute Musik und ärgerte damit seine Nachbarin, mit der er zuvor um Geld für weiteren Alkohol gestritten hatte. Die Frau drehte ihm dreimal die Sicherung heraus, bis es eskalierte: Mit einer Axt hieb er in den Stromverteilerkasten. „Das hätte schief gehen können“, sagt er. Er schlug noch die Tür ein, ehe die Polizei kam. „So viel Blaulicht, das kann ich nicht ab.“

Tatsächlich war der Einsatz massiv, denn in jener Nacht auf den 8. November sollte der Castor-Transport rollen, und alles, was Polizei ist, stand bereit: Sondereinsatzkommando, Notarzt, Videotrupp, Polizeipsychologe. Der allerdings schaffte es nicht, den Mann zu beruhigen. Mit Messern und Flaschen bewarf er die Beamten, zündete Feuerwerkskörper in der Wohnung, kam mit hinter sich Funken schlagender Axt aus dem Haus und drohte „Köpfe ab“ zu schlagen. Dann ging er auf einen Polizisten los. „Dann hat es peng gemacht. Ich hatte es darauf angelegt, dass sie mich erschießen.“

Von Jürgen Gückel

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