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Göttingen „Diesel hat unbestritten auch Vorteile“
Die Region Göttingen „Diesel hat unbestritten auch Vorteile“
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00:30 06.04.2018
Die Diskussion um den Dieselantrieb hält an. Quelle: dpa
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Göttingen

„Diesel hat unbestritten auch Vorteile“,äußert Thomas Oppermann (SPD) mit Blick auf den C02-Ausstoß. Eine Verteufelung des Diesels halte er für völlig verkehrt. Allerdings müsste es nun auch konkrete Maßnahme zur Verbesserung der Feinstaubbelastung in den den Städten geben. Dazu gehöre die Umrüstung öffentlicher Fahrzeugflotten und die Maßgabe, dass jeder individuell so umweltbewusst wie möglich über seine jeweils aktuelle Form der Fortbewegung entscheide.

„Jetzt sind die Verbraucher mal dran“

Fritz Güntzler ist selbst Diesel-Fahrer. Als Betroffener verfolge der CDU-Bundestagsabgeordnete die Diskussion besonders intensiv. Dabei lässt Güntzler keinen Zweifel daran, welche Partei er in der Verantwortung sieht: „Wenn die Käufer eines Diesel-Pkw demnächst nicht mehr mit ihrem Fahrzeug in die Städte fahren dürfen, sind die Hersteller in der Pflicht, die Pkw in den Zustand zu versetzen, damit die Autos fahren dürfen. Wenn nötig, eben auch mit einem Hardware-Update.“ Güntzler wünscht sich eine „sachliche Diskussion“, und zudem müsse „genau geklärt werden, wie die Problematik gelöst werden“ könne. „Die Hersteller sind in einer besonderen Verantwortung, weil sie dem Kunden etwas versprochen haben, was die Autos letztlich nicht leisten. Wenn man dann noch sieht, dass Volkswagen trotz des Dieselskandals riesige Gewinne verbucht und hohe Boni zahlt, ist die Unzufriedenheit der Kunden absolut nachzuvollziehen. Für mich ist deswegen klar: Jetzt sind die Verbraucher mal dran.“

Für die Einführung der blauen Plakette spricht sich Jürgen Trittin (Grüne) aus. Ohne diese komme es zu undifferenzierten Fahrverboten. Bemerkenswert sei, dass sogar die Automobilindustrie inzwischen weiter sei als die Bundesumweltministerin, schließlich sehe sogar VW-Chef Müller keine großartige Perspektive für den Dieselantrieb mehr. Drei Punkte müssten nun angegangen werden: Die Einführung der blauen Plakette, die Nachrüstung älterer Fahrzeuge und „aufhören, Menschen in die Ecke zu treiben, Diesel zu kaufen“, fasste Trittin mit Blick auf den günstigeren Bezugspreis an der Zapfsäule zusammen. Darüber hinaus führe die Ersparnis beim Tanken eher dazu, größere Fahrzeuge zu kaufen.

„Die Grenzwerte sind nicht vom Himmel gefallen“

„Die Grenzwerte zur Luftreinhaltung sind nicht über Nacht vom Himmel gefallen“, sagt Konstantin Kuhle (FDP). „Es war nicht nur den Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, sondern auch der Bundesregierung seit langem bekannt, dass die Grenzwerte an einigen straßennahen Messstationen nicht eingehalten werden. Maßnahmen zur Luftreinhaltung wurden jedoch nur sehr zögerlich angegangen“, findet der FDP-Bundestagsabgeordnete. Für seine Partei würden Fahrverbote, auch wenn sie nur temporär oder streckenbezogen sind, nicht in Betracht kommen. „Jahrelang hat die Politik die Bürger zum Kauf dieser Fahrzeuge ermutigt, da diese aufgrund ihres effizienteren Kraftstoffeinsatzes weniger CO2 ausstoßen“, begründet er. Laut Kuhle müssen jetzt gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, „um innovative und nachhaltige Mobilitätsformen wie Sammelfahrten oder intelligente Verkehrs- und Parkleitsysteme zu ermöglichen.“ Die Autokonzerne sieht er in der Verantwortung: „Dort, wo Verbraucher mit Vorsatz getäuscht wurden, müssen die Automobilhersteller auf eigene Kosten den Schaden beheben.“Er sieht die Autokonzerne in der Verantwortung: „Dort, wo Verbraucher mit Vorsatz getäuscht wurden, müssen die Automobilhersteller auf eigene Kosten den Schaden beheben.“

Von Christoph Oppermann, Markus Riese und Mark Bambey

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