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Göttingen Kritik an Veranstaltung mit Diether Dehm
Die Region Göttingen Kritik an Veranstaltung mit Diether Dehm
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14:17 22.04.2018
Diether Dehm Quelle: imago/IPON
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Göttingen

Als Referenten sind eingeladen: Rita Krüger, Psychotherapeutin, die seit Jahren in Krankenhäusern tätig ist, und Andreas Brändle, Ökonom und Mitinitiator des neuen Steuerkonzepts der Linken für Steuersenkungen für Niedrig- und Normalverdienende. Durch den Abend führt Diether Dehm. Beginn der Veranstaltung ist am Montag, 23. April, um 19.30 Uhr im Apex, Burgstraße 46.

Kritik an der Einladung Dehms durch den Sprecherrat des Kreisverbandes kommt unter anderem von der AG Antifa Die Linke Göttingen/Osterode. Durch seine Aktivitäten bei den Friedens-Mahnwachen in 2014 und 2015 habe Dehm seine Nähe zu rechten, antisemitischen und verschwörungstheoretischen Akteuren belegt, heißt es auf der Facebook-Seite der AG Antifa. Sie fordert die Rücknahme der Einladung Dehms. Trotz eines Beschlusses des Parteivorstandes von 2014, der jegliche Zusammenarbeit mit rechtspopulistischen, nationalistischen und verschwörungstheoretischen Akteuren untersagte und eindringlich vor dem Querfront-Milieu bei den Mahnwachen warnte, habe Dehm weiterhin öffentlichkeitswirksam die Mahnwachen besucht und sich demonstrativ mit Ken Jebsen solidarisiert. „All dies brachte Dehm den verdienten Applaus von Nazis wie Jürgen Elsässer und der NPD ein“, heißt es weiter.

>> STELLUNGNAHME DER AG ANTIFA DIE LINKE. GÖTTINGEN/OSTERODE ZUR EINLADUNG DIETHER DEHMS << „Dehm hat mit seinen...

Gepostet von AG Antifa DIE LINKE. Göttingen am Sonntag, 15. April 2018

Offener Brief der Grünen appelliert ans Apex

Am Sonnabend hat sich der Stadtverband der Göttinger Grünen mit einem Offenen Brief an das Apex als geplanten Veranstaltungsort gewandt.

„Keine Bühne für Diether Dehm“, fordern die Grünen vom Apex. Dehm sei aus ihrer Sicht „nicht irgendein Politiker“ der Linken, sondern „ein Verschwörungstheoretiker und Querfrontler, der Antisemitismus verharmlost und durch antiamerikanische und homophobe Ausfälle, zuletzt gegen Außenminister Maas, auffiel“, heißt es in dem Schreiben, das eine lange Liste von Dehms aus Sicht der Grünen kritikwürdigen Handelns enthält.

Die Grünen solidarisieren sich ausdrücklich mit den Kritikern aus den Reihen der Linken. „Unsere Kritik richtet sich hier explizit nicht gegen die Partei ,Die Linke’ an sich oder das Thema der Veranstaltung, sondern gegen die Person Diether Dehm und die durch ihn vertretenen Ansichten“, heißt es in dem Brief.

Das Apex verweist in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem Tageblatt darauf, dass es sich um eine Vermietung handelt. Der verantwortliche Veranstalter sei der Kreisverband der Linken.

Edgar Schu vom Kreissprecherrat der Göttinger Linken. Quelle: Arne Bänsch

Dehm wollte „Wahrnehmbarkeitsschwelle linker Politik“ überwinden

Edgar Schu vom Kreissprecherrat der Göttinger Linken verteidigt den Auftritt Dehms. Im Vorstand habe man darüber diskutiert und sich für Dehms Einladung ausgesprochen. Schu bezweifelt, dass alle Mitglieder der AG Antifa auch Mitglieder der Linken sind.

„Diether Dehm ist kein Antisemit. Ihm Antisemitismus vorzuwerfen sei völlig absurd“, sagt Schu. Er räumt ein, dass Dehm in der Vergangenheit provoziert hat. „Aber nur um die Wahrnehmbarkeitsschwelle linker Politik zu überwinden“, erklärt Schu auf Tageblatt-Anfrage. So habe Dehm sich kürzlich für die Freilassung von Öcalan und von Puigdemont engagiert.

In einer Stellungnahme vom Sonntag verbittet sich der Kreisverband der Linken „diese Denunziations- und Verbotsaufforderung gegen einen Antifaschisten, der – anders als die Grünen – im Bundestag gegen jede Asylrechtsverengung und gegen jeden Militäreinsatz gestimmt hat“.

Parteimitglieder ruft Schu auf, am Montag an einem parteiinternen Gespräch mit Dehm teilzunehmen. Beginn ist um 17.30 Uhr.

Dehm beschäftigt RAF-Terroristen Christian Klar

Dehm, der aus Hessen stammt, hatte seine Partei und die Öffentlichkeit schon häufiger provoziert, unter anderem durch seine Sympathie für linke Verschwörungstheorien. Für breitere Aufmerksamkeit sorgte Anfang 2016 Dehms Entscheidung, den früheren RAF-Terroristen Christian Klar als Web-Techniker in seinem Abgeordnetenbüro zu beschäftigen.

Von Michael Brakemeier

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