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Göttingen „Busfahren wird langsam zum Luxus“
Die Region Göttingen „Busfahren wird langsam zum Luxus“
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18:34 02.05.2017
Quelle: Harald Wenzel
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Göttingen

Der Frust, der sich im Internet über die Erhöhung der Busfahrpreise breit macht, ist groß. „Busfahren wird langsam zum Luxus“, meint Bettina D. bei einer Facebook-Diskussion zum Thema. Ein anderer Nutzer spekuliert: „Die 2,50 Euro schaffen wir bestimmt noch dieses Jahr oder dann halt zum Januar nächstes Jahr.“ Und Ricardo P. schreibt: Ich weiß schon, warum ich lieber Fahrrad fahre. Diese Busfahrpreise stehen in keiner Relation zu den Strecken.“

Die Mehrheit der Facebook-Kommentatoren ist sich einig: Die Preise für Busfahrkarten in Göttingen waren schon vorher hoch und steigen seit Jahren immer weiter.

Dem widerspricht allerdings Stephanie Gallinat-Mecke, Sprecherin der GöVB: „Wir haben die Preise letztes Jahr erhöht, davor nicht.“ Andere Verkehrsbetriebe nähmen jährlich eine Anpassung vor, sagt Gallinat-Mecke. Dennoch hat sie Verständnis dafür, dass viele Menschen das Busfahren für zu teuer halten: „Das ist ein normales subjektives Empfinden.“

Tatsächlich seien öffentliche Verkehrsmittel in Göttingen aber relativ günstig, meint die Sprecherin. In Hildesheim und Paderborn müssten die Fahrgäste tiefer in die Tasche greifen. Den Vorwurf eines Facebook-Nutzers, dass die Preise in Göttingen im Vergleich zu Metropolen wie Berlin oder München teuer seien, da dort für etwas mehr Geld ein sehr viel größeres Liniennetz zur Verfügung stehe, hält Gallinat-Mecke für unpassend: „Man sollte nur vergleichen, was vergleichbar ist.“

Einige Teilnehmer der Facebook-Diskussion stört die Verteuerung der Fahrkarten aber auch, weil sie mit den Leistungen der GöVB unzufrieden sind. „Seit der großen Linienumstellung habe ich das Gefühl, dass die Busse überquillen“, schreibt David S. Andere beschweren sich über unzureichende Verbindungen oder unfreundliche Busfahrer. Gallinat-Mecke rät allen Kunden, sich mit ihren Beschwerden direkt an die GöVB und nicht an die sozialen Netzwerke zu wenden. „Bei uns melden sich nur wenige Leute“, erzählt die Sprecherin.

Für den Nutzer Holgerich H. ist die Preiserhöhung auch aus umweltpolitischer Sicht problematisch. Das sei „eine Frechheit und ein Affront gegen alle Bemühungen, einen CO2-neutralen Verkehr zu gestalten.“ Sie könne dieses Argument nachvollziehen, versichert Gallinat-Mecke. Doch die Entscheidung, das Busfahren für den Umweltschutz wieder attraktiver zu machen, sei eine politische. „Wir können es uns wirtschaftlich nicht leisten, die Preise zu senken.“ mze

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