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Göttingen Diskussion zum IWF-Gelände: Ästhetik der Architektur ein Streitpunkt
Die Region Göttingen Diskussion zum IWF-Gelände: Ästhetik der Architektur ein Streitpunkt
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20:40 20.08.2013
IWF am Nonnenstieg: Investor, Politik, Verwaltung und Bürgerinitiativen suchen weiter nach einem Kompromiss. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Ähnlich wie Dienberg sehen es auch die Vertreter der beiden Bürgerinitiativen, Burkhard von Samson und Elisabeth Gregorius.

In einer mehr als vierstündigen Sitzungen haben Vertreter der Bürgerinitiativen und der Bauverwaltung, externe Planer, der Investor Borzou Rafie-Elizei von der EBR Projektentwicklungsgesellschaft sowie Politiker des Bauausschusses am Montag über die Zukunft des Areals diskutiert und einen Kompromiss gesucht. In dem „sachlichen und konstruktiven“, aber auch „kontroversen“ Gespräch, so Stadtbaurat Dienberg, haben die verschiedenen Interessengruppen ihre unterschiedlichen Positionen deutlich gemacht, aber auch Gemeinsamkeiten erarbeitet.

Überlegen, ob Kleingartenfläche bebaut werden kann

Keine Einigung wurde etwa bei der Dichte der Bebauung erzielt. Hier widersprechen die Vorstellungen der Bürger denen des Investors. Die Bürgerinitiativen halten die vom Bauausschuss beschlossene Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,95 immer noch für zu hoch. Die ursprünglichen Pläne des Investors sahen eine GFZ von 1,2 vor.

Die GFZ gibt das Verhältnis aller Geschossflächen zur Grundstücksgröße an. Ging Rafie-Elizei ursprünglich von 26 400 Quadratmetern Geschossfläche aus, sind es derzeit nur noch 20 900. Die Initiative Pro Nonnenstieg forderte am Montag eine GFZ von nur noch 0,55. Pro-Nonnenstieg-Sprecher Arnold von Zepelin plädierte dafür, zu überlegen, ob nicht die Kleingartenfläche bebaut werden kann, die mit zu dem von Rafie-Elizei gekauften Grundstück gehört. Dann würde sich die Fläche, die der Investor bebauen kann, von rund 22 000 Quadratmeter auf 32 000 Quadratmeter erhöhen.

Absenkung der GFZ nicht möglich

In der Vergangenheit hatte sich die Politik aber für die Erhaltung der Gärten ausgesprochen. Alexander Böck, der anwaltliche Vertreter des mit der Abwicklung des IWF betrauten Liquidators, machte klar, dass eine weitere Absenkung der GFZ nicht möglich sei. Bereits bei der erfolgten GFZ-Absenkung habe der Grundstückspreis deutlich reduziert werden müssen.

Auch der Abstand der neuen Häuser zum Nonnenstieg ist weiter strittig. Ebenso war die Ästhetik der Architektur ein Streitpunkt. Dienberg machte deutlich, dass diese nicht in einem Bebauungsplan festzulegen sei. Wohl aber könnten Vorgaben gemacht werde, wenn es um die Auswahl von Baumaterialien geht.

Sichtachsen „durch und auf das Gebiet“

Zu den Gemeinsamkeiten zählen die Festlegung auf Geschosswohnungsbau. Sichtachsen „durch und auf das Gebiet“ müssten geschaffen werden. Zudem wurde angeregt, die einzelnen Häuser auf dem Gelände unterschiedlich hoch zu bauen. So seien auch Häuser mit sieben oder acht Geschossen am nördlichen Hang denkbar, wenn an anderer Stelle die Geschosse reduziert oder weniger Häuser gebaut würden. Gleichzeitig verständigte man sich darauf, möglichst viele Bäume auf dem Areal zu erhalten und „schützenswerte Flächen“ nicht zu zerstören.

Dienberg kündigte an, die Ergebnisse der Sitzung der Politik vorzulegen. Bis zum Herbst will die Verwaltung den Entwurf eines Bebauungsplanes erarbeiten.

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