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Göttingen Drei Millionen Euro Miete für das Stadtarchiv
Die Region Göttingen Drei Millionen Euro Miete für das Stadtarchiv
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14:15 13.06.2018
Das Neue Rathaus an der Reinhäuser Landstraße soll saniert werden. Das Stadtarchiv soll daher umziehen. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Nach Tageblatt-Informationen soll der Mietvertrag dort für 25 Jahre abgeschlossen werden.

Der Umzug und die Miete für das Stadtarchiv geht ins Geld. Mit 120 000 Euro pro Jahr rechnet die Stadt. In 25 Jahren beläuft sich die Miete auf drei Millionen Euro. Die Umzugskosten für das Archiv beziffert die Stadtverwaltung mit einmalig 80 000 Euro. Hinzu kommen rund 1,6 Millionen Euro, die die Stadt investieren muss, um die Mehle-Halle für eine Archivnutzung herzurichten. In der Halle ist bereits das Depot des Städtischen Museums untergebracht. Dem Archiv würden dort 400 Quadratmeter mehr zur Verfügung stehen als im Neuen Rathaus.

Sanierungsbeginn ab 2019

Hintergrund des Umzugs ist die geplante, mit rund 60 Millionen Euro veranschlagte Sanierung des kompletten Gebäudekomplexes Neues Rathaus. Diese soll ab 2019 mit der Sanierung des so genannten „3. Bauabschnitts“ beginnen – gemeint ist der Anbau an der Reinhäuser Landstraße mit 4800 Quadratmetern Bürofläche, in dem unter anderem auch das Stadtarchiv untergebracht ist. Dieser Sanierungsabschnitt ist mit 8,2 Millionen Euro veranschlagt. „Die Sanierungs- und Herrichtungskosten pro Quadratmeter betragen damit etwa 1700 Euro pro Quadratmeter und liegen deutlich unterhalb der zu kalkulierenden Kosten für einen Neubau von Büroflächen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Durch den Auszug des Archiv könnten auch zusätzlich 70 Arbeitsplätze in dem Gebäudeteil entstehen.

Sanierung bis 2031

Eigentlich hätte der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung für Sanierung und Umzug den Weg frei machen sollen. Weil aber die langfristige Miete und die bis 2031 geplante Sanierung des Neuen Rathauses „einen Vorgriff auf die finanziellen Verpflichtungen der Stadt über Jahre“ bedeute, wie Dagmar Sakowsky (Grüne) formulierte, soll nun zunächst der Finanzausschuss darüber beraten. Abschließend sollen dann Verwaltungsausschuss und Rat in dieser Woche entscheiden.

Tom Wedrins (SPD) machte sich stark für die „alternativlose“ Sanierung des Rathauses: „Die Stadt ist endlich wieder in der Lage zu investieren.“ Auch Stadtkämmerer Christian Schmetz machte deutlich: „Irgendwann müsse man sich auf den Weg machen.“ Der Neubau eines Rathauses sei unmöglich.

Kritik an Mietlösung

Gerd Nier (Linke) und Hans Otto Arnold (CDU) erneuerten ihre Kritik an der langfristigen Mietlösung für das Stadtarchiv. Arnold wünschte sich eine dauerhafte Lösung für das Archiv. Nier schlug vor, das Archiv im zum Verkauf stehenden Fritjof-Nansen-Haus unterzubringen, um die Miete in Millionenhöhe einzusparen.

Von Michael Brakemeier

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