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Göttingen Duderstädter experimentieren mit elektronischem Klingelbeutel
Die Region Göttingen Duderstädter experimentieren mit elektronischem Klingelbeutel
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18:21 19.09.2017
Setzen auf den elektronischer Klingelbeutel: Dr. Alfons Merten, Probpt Bernd Galuschke und Sparkassenvorstand Markus Teichert in der Duderstädter Basilika. Quelle: Caspar
Duderstadt

Ein Foto brachte Merten auf Idee. Von seinem Sohn bekam er das Bild eines elektronischen Klingelbeutels zugeschickt, das dieser im bayrischen Wallfahrtsort Altötting gemacht hatte. „Propst Bernd Galluschke griff die Idee sofort auf“, erinnert sich der Kirchenvorstand. „Wir haben das Projekt unterstützt“, erklärt Markus Teichert, Vorstand der Sparkasse Duderstadt. So wurde im Zuge der Kirchenrenovierung der Terminal aufgestellt. Zunächst stand er am Haupteingang. „Dort herrscht aber nach einem Gottesdienst zu großes Gedränge“, beobachtete Merten. So wurde der Terminal versetzt: zum behindertengerechten Eingang auf der Südseite.

„Überflüssig“

„Einige Kirchgänger halten die Neuerung für überflüssig“, weiß Merten. Andere, die im Supermarkt oder beim Tanken immer mit Karte zahlten, reagierten aufgeschlossener. Der Terminal in der Basilika werde nach seiner Beobachtung vor allem von Touristen genutzt.

„Aufgrund der vielen Besucher haben wir vor Jahren in der Clausthaler Marktkirche, der größten Holzkirche Deutschlands, einen elektronischen Opferstock aufgestellt“, erzählt Christa Eulert, die Leiterin des evangelischen Kirchenkreisamtes Harzer Land. Nach einiger Zeit hätten sie das Pilotprojekt aber wieder gestoppt. Die Kosten, etwa für die notwendige Telefonverbindung, hätten nicht im Verhältnis zu den Einnahmen gestanden.

Allerdings wird auch Bargeld zunehmend zum Problem. Banken tun sich immer schwerer mit der Annahme, insbesondere von Kleinbeträgen. „Gemäß der Kollektenordnung der Landeskirche Hannover müssen Kirchengemeinden Kollekten innerhalb von zehn Tagen an das Kirchenkreisamt überweisen“, führt Amtsleiterin Eulert aus Osterode aus. Das bedeute, dass die Gemeinden nach einem schwach besuchten Gottesdienstbesuch keine 20 Euro einzahlen würden.

Gebühren

Manche Banken verlangen für die Annahme von Bargeld bereits Gebühren. „Uns sind die Banken noch wohlgesonnen“, meint Michael Grabbe, der beim Kirchenkreisamt Göttingen-Münden die Haushalts- und Finanzabteilung leitet. Aber es werde „komplizierter“.

„Wir sind verpflichtet, Hartgeld von geschulten Mitarbeitern auf Echtheit prüfen zu lassen“, erläutert Peter Mühlhaus, Pressesprecher der Volksbank Göttingen, den Hintergrund. Eine Maschine kontrolliere unter anderem magnetische Eigenschaften, Rändelung und Prägung. Geldscheine seien zudem auf ihre Fitness zu prüfen. Durchstochene, eingerissene oder zerknüllte Geldscheine würden aussortiert.

„Dieser nicht zu unterschätzende Aufwand verursacht Kosten“, betont Mühlhaus. Die Volksbank Göttingen stelle sie Kirchengemeinden, die bei ihnen ein – gebührenfreies – Konto führten, nicht in Rechnung. Auch die Sparkasse Göttingen erklärt, dass sie in Absprache mit dem Kirchenkreisamt Göttingen-Münden für ein Einzahlung von Münz- und Bargeld keine Gebühren verlange.

Kollektenordnung

Die Kirchen bereiten sich trotzdem auf die neuen Herausforderungen vor. „In der Landeskirche wird über eine Änderung der Kollektenordnung nachgedacht“, berichtet Amtsleiter Himstedt aus Northeim. Grabbe deutet an, dass das Kirchenkreisamt Göttingen-Münden Alternativen zum Bargeld prüfe.

Anfragen nach bargeldlosen Bezahlsystemen hat es laut Daniel Ernst von der Sparkasse, und Mühlhaus von der Volksbank bisher nicht gegeben. EC-Automaten oder Cash-Terminals hält Mühlhaus bei normalen Kirchen für nicht „realistisch“. Er könnte sich aber eine Smartphone-App für Überweisungen vorstellen. Der Duderstädter Sparkassen-Vorstand kündigt an, dass in der Basilika bald auch das kontaktlose Bezahlen möglich sein werde. Die EC-Karte müsse dann nach Aufforderung nur noch an das Terminal gehalten werden.

Von Michael Caspar

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