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Göttingen Ehemalige Soldaten der Zieten-Kaserne treffen sich
Die Region Göttingen Ehemalige Soldaten der Zieten-Kaserne treffen sich
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00:20 10.04.2018
Treffen sich seit 25 Jahren: Ehemalige Soldaten der Stabskompanie Panzergrenadierbrigade 4, die bis 1993 unter anderem in der Göttinger Zieten-Kaserne stationiert war. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

Seit einem Vierteljahrhundert pflegen sie ihre Kameradschaft: Ehemalige Soldaten der Stabskompanie Panzergrenadierbrigade 4, die bis 1993 unter anderem in der Göttinger Zieten-Kaserne stationiert war. Am Freitag trafen sie sich wieder zum geselligen Austausch im Sport-Park Restaurant am Sandweg.

33 ehemalige Bundeswehrkameraden sind dieses Mal zum Frühjahrstreffen gekommen, teils von weit her. Einige haben absagen müssen, wie beispielsweise Brigadegeneral Georg von Consbruch, dessen Ehefrau es nicht so gut geht. General a. D. Rainer Fell, der letzte offizielle Brigadekommandeur in Göttingen, kommt nicht, weil er an diesem Tag seinen 75. Geburtstag feiert.

Seine Weggefährten unterzeichnen ihm eine aufwendig gestaltete, großformatige Urkunde mit Glückwünschen. Die Stimmung ist freundschaftlich, die Männer tauschen zum rustikalen Grillbuffet Erinnerungen aus und im Verlauf des Abends wird noch eine Präsentation mit Vergangenheitsbezug gezeigt werden.

Tierblut und Trillerpfeifen

Eberhard Frost, Oberstleutnant a. D., war von 1976 bis 1989 in Göttingen stationiert. Heute lebt er in Düsseldorf und erinnert sich gerne an Göttingen. „Die Stadt selbst habe ich immer gemocht“, sagt er, aber die Studenten und die links angehauchte Bürgerschaft haben mir nicht gefallen.

Anfang der Achtzigerjahre hätten jede Menge studentische Demonstranten ein gut besuchtes Platzkonzert eines Bundeswehr-Musikkorps vor dem Alten Rathaus mit Trillerpfeifen gestört, erinnert er sich. „Beim Verladen von Panzern auf dem Güterbahnhof sind wir mit tierblutgefüllten Ballons beworfen worden“, ergänzt Jürgen Würfel, ehemaliger Stabsfeldwebel.

Frost blickt wehmütig auf die großen Fußballzeiten von Göttingen 05 zurück. „Kurt Krauß, Calle Dybowski, Charly Sachse, Delle Wolter und viele andere kamen ja aus unserer Kompanie“, berichtet Frost. Von so mancher Übung seien die Fußballer befreit worden, damit sie am Wochenende spielen konnten.

Simulatoren statt Gelände

Der gebürtige Eichsfelder Jürgen Rust erinnert sich ebenfalls an seine Zeit in der Zieten-Ranch, wie die Kaserne salopp genannt wurde. 14 Jahre arbeitete er dort als Pfarrhelfer und leitete das Pfarrbüro unter anderem von Militärpfarrer Heinrich Hacker. Unzählige Gottesdienste habe er auf Übungsplätzen in ganz Deutschland gefeiert, sagt Rust.

Auch er musste die Kaserne 1993 verlassen, als die Brigade aufgelöst wurde. „Wir haben da oben das Licht ausgemacht“, sagt der Katholik vollmundig. Gerd Meysing, ehemaliger Oberstabsfeldwebel, ging im selben Jahr und war danach als Wehrdienstberater im damaligen Kreiswehrersatzamt in der Breslauer Straße tätig. Heute würden in der Soldatenausbildung häufig Simulatoren eingesetzt, bemängelt er.

„Wir waren immer draußen, im richtigen Gelände“, blickt er zurück. Den ehemaligen Truppenübungsplatz auf dem Kerstlingeröder Feld kennt er in- und auswendig. „Als uns ein Ausbilder 30 Mal zum Sauberg hoch und wieder runter marschieren ließ, haben wir ständig ‚Das Leben ist ein Würfelspiel‘ gesungen, sagt er lachend.

Von Christoph Mischke

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