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Göttingen Mila aus Göttingen: „Komm’ ich wirklich in die Schule?“
Die Region Göttingen Mila aus Göttingen: „Komm’ ich wirklich in die Schule?“
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12:44 10.08.2018
Vorbereitung für den großen Tag: Mila Leuthold und ihre Mutter Katrein packen den bunten Ranzen. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Keine Frage: Die („gerade“) sechsjährige Mila freut sich riesig auf ihren ersten Schultag. Und ganz besonders darauf, „dass ich viele Sachen lernen kann“. Vor allem Rechnen, versichert sie spontan und rechnet sofort stolz vor, dass sie das schon wein wenig kann: „Fünf plus fünf ergibt zehn, zehn plus zehn ergibt 20.“ Den Applaus nimmt sie lachend entgegen und verrät dann verschmitzt: „Das habe ich von meiner Schwester gelernt“.

Die ist schon sieben Jahre alt und jetzt in der zweiten Klasse. Kein Wunder, dass Mila genau weiß, wie die Einschulung ablaufen wird: mit Auftritten der Zweitklässler und einer ersten Unterrichtsstunde mit der Klassenlehrerin. „Dann lassen alle Kinder noch Luftballons steigen“, erinnert sich Mila.

Eine Probestunde mit der Kindergartengruppe

Auch auf die Schulgebäude und den künftigen Unterricht ist Mila vorbereitet: Mit ihrer Kindergartengruppe hat sie ihre künftige Schule – die Hagenbergschule in der Göttinger Weststadt – schon besucht. „Wir haben da einen kleinen Unterricht gemacht, und wir haben was gebastelt.“ Auch an die Tafel durfte Mila gehen. Sie hat sich getraut, „aber ein bisschen ängstlich war’s schon“.

Mila ist schon seit Wochen Feuer und Flamme für ihre Zeit als Schulkind. Natürlich war sie „ganz schön traurig“ am letzten Tag im Kindergarten: „Eigentlich wollte ich nicht weg.“ Aber das ist schnell vergessen. Sofort erzählt sie fröhlich weiter von ihren neuen Freunden, die sie kennenlernen will, vom Schreibenlernen, Malen und Basteln in der Schule.

42 Kinder werden in diesem Jahr an der Hagenbergschule eingeschult, viele ihrer Mitschüler kennt Mila aus dem Kindergarten der Friedenskirchen-Gemeinde. Und weil sie an der Schule schon regelmäßig zum Tanzen geht, kennt sie auch den Weg. „Mit ihrer Schwester haben wir den Schulweg vor einem Jahr noch geübt“, erzählt ihre Mutter Katrein Leuthold.

Schulranzen mit pinken Herzchen

Angst vor dem Weg hat Mila nicht. Ihre Schwester Nala wird sie begleiten, „und wir treffen uns hier mit Freunden bei Mareile, hat Papa gesagt“. Dann wird sie auch ihren schicken neuen Schulranzen mit vielen pinkfarbenen Herzchen und kräftigen Leuchtstreifen tragen. „Das war uns wichtig, damit sie gut gesehen wird“, erklärt ihre Mutter. Und er sollte gute gepolsterte Schulterriemen haben.

Das Design hat natürlich Mila ausgesucht – ihre Schwester hat den gleichen Tornister, allerdings in einer anderen Farbe. Die Arbeitshefte für die 1. Klasse muss Mila nicht gleich alle mitschleppen, die Eltern geben sie beim Elterabend vor der Einschulung in der Schule ab.

Auch die Zuckertüte hat Mila mit ausgesucht: mit Motiven von mit Anna, Elsa und Schneemann Olaf aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“ – ein Klassiker in diesem Jahr. Klar, dass Süßigkeiten in die Tüte kommen – zuckrige Perlenketten und essbare Lippenstifte. Auf die freut sich Mila besonders, was sie noch in der Schultüte finden wird, weiß sie nicht: „Das wird eine Überraschung“, sagt ihre Mutter mit schmunzelndem Blick.

Große Familien-Party mit Kinderdisco

Und nach der Einschulung wird zuhause mit der ganzen Familie gefeiert. Die Omas und Uromas kommen, Tanten und weitere Familienmitglieder. Für die Einschulungsparty haben Leutholds ein Buffet bestellt. „Wenn es nicht zu heiß ist, gehen wir vielleicht auch noch auf den Waldspielplatz und abends machen wir Kinderdisco in der Garage“, schlägt sie Mila vor. „Au ja, mit Discolampe!“, zeigt sich Mila begeistert.

Weniger begeistert ist sie von den Hausaufgaben, die sie künftig als Schulkind machen muss. Sie sagt es nicht, aber sie verzieht erkennbar ihr Gesicht. „Aber nicht am Wochenende, oder?“, hakt sie dann doch noch nach. „Nein, auch nicht am Freitag“, versichert ihre Mutter. Unabhängig davon sind die Eltern glücklich darüber, dass die Hagenbergschule eine Ganztagsschule mit zusätzlichem Hortangebot bietet. Bis 17 Uhr wird Mila dann zur Schule gehen.

Mila begutachtet ihre künftigen Arbeitshefte. An diesem Sonnabend wird sie eingeschult. Quelle: CH

Unermüdlich plaudert Mila über die bevorstehende Einschulung – und dann will sie plötzlich wissen, wie lange man eigentlich zur Schule geht: „Sechs Jahre? Oder zehn?“ „Das kommt drauf an“; sagt ihr Mutter, aber es ist Mila dann eigentlich auch wieder egal. Jetzt freut sie sich erst einmal auf ihr ersten Schuljahr, auch wenn sie es kaum glauben kann.

Das trifft in diesem Jahr wieder etwa 2500 Kinder aus dem Landkreis Göttingen, 930 davon aus der Stadt Göttingen. An diesem Sonnabend werden sie feierlich eingeschult, am Montag geht es dann richtig los.

Von Ulrich Schubert

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