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Göttingen Elke Bunke geht – nach 34 Jahren im Vorzimmer des Bürgermeisters in Gleichen
Die Region Göttingen Elke Bunke geht – nach 34 Jahren im Vorzimmer des Bürgermeisters in Gleichen
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00:18 01.05.2013
„Ich leg’ dann meine Sonntagsstimme auf“: Elke Bunke an einem Schreibtisch im Gleichener Rathaus. Quelle: Heller
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Gleichen

Wer Rat im Rathaus Gleichen suchte und die zentrale Telefonnummer wählte, hörte diese drei Worte (fast) immer genau so. Seit 34 Jahren. Wenn Elke Bunke jetzt ans Telefon geht, wird sie die ersten beiden Worte weg lassen.

Die vielleicht dienstälteste Bürgermeister-Sekretärin im Kreis Göttingen hat sich mit 60 Jahren   verabschiedet – in Altersteilzeit.

In diesen 34 Jahren wurde Bunke zur Stimme Gleichens, und zur guten Seele in der Verwaltung. „Ich war immer hier, aber die Chefs haben gewechselt“, sagt sie schmunzelnd und auch ein wenig stolz. Seit April 1979 saß sie immer im selben Büro – die Schwelle zum Bürgermeister-Zimmer. Hier gingen oft auch die bösen Anrufe von Bürgern ein, die sich über irgend etwas ärgern.

Bunke parierte sie dann mit ihrer perfekten Mischung aus Verständnis und verbindlicher Amts-Souveränität. „Ich leg’ dann meine Sonntagsstimme auf“, verrät sie, „und wenn der erste Ärger verraucht ist, läuft vieles schon besser“.

Unterschiedliche Typen

Funktionierte das auch auf der anderen Seite des Vorzimmers bei ihren Chefs? Immerhin gaben sich seit 1979 zwei Gemeindedirektoren (Harald Seufer und Herbert Becker), zusätzlich mehrere ehrenamtliche Gemeindebürgermeister (Klaus Peter Bruns, Ernst Wille, Jürgen Haese und Manfred Kuhlmann) und schließlich Gleichens amtierender hauptamtlicher Bürgermeister Heinz-Jürgen Proch hier die Klinke in die Hand. „Die waren alle schon sehr unterschiedliche Typen“, verrät Bunke. „Aber sie waren alle toll und gut“, fügt sie noch herzlich lachend an und schweigt dann höflich.

Nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau arbeitet Bunke zunächst bei der Uni Göttingen, bevor die Sattenhäuserin ins Gleichener Rathaus kam. „Ich wollte mal was anderes machen.“ Ein „anderer“ Job, in dem sich in 34 Jahren vieles änderte: „Früher war das viel mehr Schreibarbeit, heute schreiben die Kollegen und der Chef selbst.“ Dass heute fast alles digital ist, hat ihre Arbeit auch in anderen Bereichen verändert – und vereinfacht.

Den Sitzungsdienst für den Rat und seine Gremien, das Mitteilungsblatt und vieles mehr erledigte Bunke längst am Computer. Ihr ganz klassischer Kalender im Din-A-5-Format ist trotzdem legendär. Er ist „das Gedächtnis der Gemeinde“, sagt sie selbst. Hier notiert Bunke bis zum letzten Tag zusätzlich alle Termine ihres Chefs und des Rates. Hier hielt sie alle besonderen Geburtstage, Jubiläen und Ehrungs-Termine fest.

Motorradreisen mit dem Ehemann

Und wenn Bunke dann für ein Jubiläum, für einen 100. Geburtstag oder die Auszeichnung engagierter Bürger die Urkunden, Geschenke und Tischdekoration vorbereitete, konnte sie ihre besonderen Leidenschaft umsetzen: „Ich bin ein Bastelfreak.“ Und wenn die Tische einer Turnhalle dann mit ihren gebastelten Kerzenständern, Blumenarrangements und anderer Deko geschmückt sind, kam sogar in einer Wintersitzung des Rates Weihnachtsstimmung auf.

„Es waren angenehme 34 Jahre, und ich habe mich hier immer wohl gefühlt“, sagt Bunke zum Abschluss. Jetzt freut sie sich auf viel Zeit für ihre anderen Leidenschaften: Motorradreisen mit ihrem Mann, Sport und „vielleicht auch noch Tanzen“.

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