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Göttingen Wenig Schüler, viele Forderungen
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00:26 08.03.2018
Eltern und der Schüler aus Hattorf und Duderstadt demonstrieren am 22. Februar vor der Sitzung des Schulausschusses. Quelle: Mischke
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Göttingen

Oberschulstandorte wie Badenhausen, Hattorf oder Wulften fürchten um ihre Zukunft. Die Hoffnung auf eine IGS in Duderstadt müssen voraussichtlich ebenfalls begraben werden. Mehrere Initiativen werfen der Kreisverwaltung Kahlschlag-Planung vor. Die aber beruft sich auf die Ergebnisse einer Elternbefragung.

Die Köpfe der Kreisverwaltung stehen vor der Landkreiskarte und entscheiden per Pfeilwurf, welcher Schulstandort als nächster geschlossen werden soll. Dieses Bild zeigt eine Karikatur, mit der die Elterninitiativen IGS Duderstadt und OBS Hattorf aktuell ihre Kritik an der Schulentwicklungsplanung zum Ausdruck bringen wollen. Hintergrund ist der Wunsch der Initiativen, die jeweiligen Standorte zu erhalten.

Elternwünsche entscheidend für Schulentwicklungsplanung

In einem Schreiben vom Montag werfen die Elterninitiativen der Kreisverwaltung Willkür vor, sie entscheide ohne ernsthafte Bemühung um Alternativen und ignoriere den Elternwillen. Dem hält der Landkreis entgegen, er richte „seine Schulentwicklungsplanung vorrangig daran aus, welche Schulformen Eltern wünschen und an welchen Schulen sie ihre Kinder anmelden werden.“

Fall 1: Seit etwa einem Jahr kämpfen Eltern in Duderstadt darum, die Entscheidung des Bistums Hildesheim, die St.-Ursula-Schule aufzugeben, rückgängig zu machen und fordern den Landkreis auf, hier als Schulträger einzuspringen. Sie fordern eine Vielfalt der Schulformen auch in der Fläche und sammelten 3400 Unterschriften für ihr Anliegen. Am 26. April 2017 setzte der Kreistag das Thema auf die Tagesordnung. Dabei mahnte Landrat Bernhard Reuter (SPD) Ehrlichkeit in der Debatte an. Eine Übernahme der Schule sei schulrechtlich nicht möglich. Eine neu gegründete IGS in Duderstadt müsse für alle Jahrgänge 96 Schüler nachweisen. Und das sei praktisch nur möglich, wenn der Rat der Stadt Duderstadt das bestehende dreigliedrige Schulsystem aufgegeben würde. Aktueller Stand: Eine solche Entscheidung ist nicht in Sicht.

Fall 2: Seit einigen Wochen versuchen auch in Hattorf engagierte Eltern, Lehrer, Schüler und Politiker öffentlichkeitswirksam gegen die Entscheidung zur Aufhebung der Oberschule vorzugehen. Zuletzt protestierten sie während der Sitzung des Schulausschusses. Dort unterbreitete die Verwaltung den Vorschlag, die Schule in Hattorf aufzuheben und statt dessen eine OBS Herzberg/Hattorf mit zwei Standorten einzurichten. Die Außenstelle Wulften würde in dem Zuge geschlossen. Das Gremium vertagte die Auseinandersetzung mit der Verwaltungsvorlage und empfahl unter dem Applaus der Eltern, die Ausschreibung der vakant werdenden Schulleiterstelle zu veranlassen. Die Verordnung für Schulorganisation (SchOrgVo) schreibt für Oberschulen ohne gymnasiales Angebot eine Mindestschülerzahl von 48 vor. Nach aktuellen Prognosen sind in Hattorf in den nächsten Jahre zwischen 30 und 39 Anmeldungen zu erwarten. Aktueller Stand: Am heutigen Dienstag steht das Thema auf der Tagesordnung des Kreisausschusses. Der ist laut Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz für die Aufhebung von Schulen zuständig und nicht an die Empfehlung des Schulausschusses gebunden.

Fall 3: Wie in den vergangenen Tagen bekannt wurde, steht auch der Oberschule Badenhausen die Schließung bevor. Hier habe es am Freitag eine gemeinsame Sitzung von Schulvorstand, Schulleitung, Landesschulbehörde und Kreisverwaltung gegeben, so Pressesprecher Ulrich Lottmann. Aktueller Stand: Die Kreisverwaltung will die Prognosen mit den tatsächlichen Anmeldezahlen für das Schuljahr 2018/19 abgleichen und dann über das weitere Vorgehen beraten.

Von Markus Scharf

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