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Göttingen Göttinger Schulstätten-Konzept erregt Gemüter
Die Region Göttingen Göttinger Schulstätten-Konzept erregt Gemüter
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12:56 20.09.2018
Aufgeheizte Stimmung: Infoabend von Elternvertretern zum Schulstättenentwicklungskonzept der Stadt Göttingen. Quelle: Ulrich Schubert
Göttingen/Grone

Applaus von der einen Seite, erboste Töne von der anderen: Aufgeheizte Stimmung herrschte beim Informationsabend über die Schulstätten-Pläne der Stadt Göttingen für die Bonifatiusschule I und die Godehard-Schulen.

Dass die Emotionen am Dienstagabend in der Astrid-Lindgren-Schule hochkochen würden, war zu erwarten. Seit Tagen formieren sich Elternvertreter der katholischen Bonifatiusschule I (Boni I) und der beiden Godehardschulen für ihren Protest. Mit einer Menschenkette hatten bereits mittags Kinder, Lehrer und Unterstützer deutlich gemacht, was sie von aktuellen Plänen der Stadt für einige Grundschulen halten – nämlich wenig.

Aufatmen an der Boni I

Und sie haben damit – aus ihrer Sicht – bereits einen Teilerfolg erzielt. Vor mehr als 250 Zuhörern bestätigte Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske, was das Tageblatt am Nachmittag bereits online Berichtet hatte: Die Boni I soll an ihrem alten Standort bleiben, ein Umzug nach Geismar sei vom Tisch. Folge: Langer Applaus von vielen Gästen, auch aus dem Umfeld der Adolf-Reichwein-Schule. Sie hatte dagegen protestiert, in Geismar zwei Grundschulen mit unterschiedlichen Konzepten in unmittelbarer Nachbarschaft anzusiedeln, wenn die Boni I umziehen müsse.

Ähnlich hatten die Astrid-Lindgren-Schule und die Godehardschulen argumentiert, als es noch Pläne gab, die Godehardschule komplett in das Gebäude der auslaufenden Heinrich-Heine-Hauptschule in Grone umzusiedeln. Aber auch diese Pläne sind vom Tisch, jetzt soll die Außenstelle der Godehardschule von der Von-Haller-Straße zum Hauptstandort in der Grätzelstraße umziehen – und so auch Platz machen für eine Erweiterung der wachsenden Brüder-Grimm-Schule.

Diese Pläne erregten den weiteren Abend über viele Gemüter – vor allem bei Eltern aus dem Standort Von-Haller-Straße. Besonders für Berufstätige und Alleinerziehende sei es untragbar, ihre kleinen Kinder voraussichtlich ab 2021 an einen vier Kilometer entfernten Schulstandort zu bringen, klagten sie. Über Jahrzehnte gewachsene Strukturen – auch mit der Kirche – würden zerstört. Viele zweifelten generell am Sinn und Zweck der Aktion und kritisierten die aus ihrer Sicht desolate Schulpolitik auf allen politischen Ebenen.

Vorbehalte gegen andere Schule

Auch der Einwand Lieskes, Kinder aus den Bereich Robert-Koch-Straße könnten die dortige Brüder-Grimm-Schule besuchen, fruchtete wenig. „Wir wollen dass unsere Kinder katholisch erzogen und unterrichtet werden“, sagte eine Mutter. Zudem hätten sie bewusst das Godehard-Konzept mit kleinen Lerngruppen gewählt, ergänzten andere.

Besonders vehement kritisierten die Eltern, dass Verwaltung und Politik zunächst mit einem neuen Schulstättenentwicklungskonzept entscheiden wollen, welche Schulen an welchem Standort langfristig ausgebaut werden oder umziehen sollen, und erst dann in einer Machbarkeitsstudie erarbeitet werden soll, wie zum Beispiel der Umzug der Godehardschule ablaufen soll. Die Eltern wollen jetzt wissen, wann genau welcher Jahrgang umziehen soll und ob es am neuen gemeinsamen Standort genügend Räume für weiterhin kleine Klassen gibt.

Politik zeigt Verständnis, aber wirbt für Konzept-Strategie

Lieske und auch anwesende Ratspolitiker äußerten Verständnis für den Unmut der Eltern, verteidigten das Vorgehen aber. „Wir haben in der Schulpolitik vieles versäumt und müssen vieles aufarbeiten“, sagte Ralf Ralle (Linke), „dies ist ein Anfang“. Für gute Schulen in der Zukunft müssten auch unliebsame Entscheidungen getroffen werden, „und die machen wir uns sicher nicht leicht“, ergänzte Susanne Stobbe (Grüne). Der Rat müsse bei seinen Entscheidungen „das Ganze, also alle Schulen, ihre Zukunft und Qualität im Blick behalten“, so Frauke Bury (SPD). „Aber wir nehmen aus so einer Runde heute natürlich einiges mit – es ist noch nichts beschlossen“, betonte Wibke Güntzler (CDU). us

Von Ulrich Schubert

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