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Göttingen Endlich Eselnachwuchs im Wildpark Hardegsen
Die Region Göttingen Endlich Eselnachwuchs im Wildpark Hardegsen
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00:20 05.04.2013
Premiere in der Sonne: In der Obhut seiner Mutter Maria erkundet der kleine Tobi zum ersten Mal das Außengehege. Quelle: Hinzmann
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Hardegsen

Als der Parkwärter morgens um 7 Uhr in den Stall kam, sei der Kleine gerade aufgestanden. Zwei Stunden waren seit der Geburt vergangen, schätzt Schlemme. Und gestern durfte Tobi zum ersten Mal nach draußen.

Fünf Jahre habe es gedauert,  bis es bei den Eseln wieder einmal funkte, erzählt Schlemme. Denn Eselstute Henriette und Hengst Harry mochten sich nicht. Und dann sei bei Eseln nichts zu machen. Auch eine künstliche Befruchtung sei bei Eseln kompliziert und kostspielig. Mit einer vierstelligen Summe müsse man rechnen.

Schlemme wälzte Fachliteratur und fuhr ins Eselsdorf Nessendorf in Schleswig-Holstein. Mit allen Informationen, die er bekam, entschied er: Eine andere Paarung muss her. In Peine wurde er fündig und kaufte die Eselin „Maria 43“ mit Hengstfohlen und Wallach. Nach einer Woche im Wildpark war die Stute rossig. Hengst Harry kam endlich wieder zum Zug und durfte nun auch Henriette decken. Nach diesem „Dienst“ wurden er und der Zuwachs-Wallach verkauft.

Fast 13 Monate war Maria tragend. Nun wartet Schlemme noch auf Henriette. „Sie zögert es hinaus, bis es tatsächlich Frühling wird“, glaubt er. Bei den ehemaligen Wüstentieren sei die Tragzeit variabel: Zwischen elf und 14 Monaten könne es dauern, bis der Nachwuchs das Licht der Welt erblicke.

Bei den Besuchern im Tierpark wirbt Schlemme für Verständnis, dass sie Fohlen Tobi nicht immer antreffen. Als wärmeliebende Wüstentiere könnten Esel keinen scharfen Wind vertragen. So darf Tobi noch viel Zeit im schützenden Stall verbringen. Was die Tiere auch nicht gut vertragen, sind Leckereien. Schweren Durchfall hätten die tragenden Stuten bekommen, weil die Besucher ihnen zu viel zugesteckt hätten. Nicht verboten seien hingegen Streicheleinheiten.

Von Ute Lawrenz

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