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Göttingen Jetzt gehen die Uhren fünf Minuten vor
Die Region Göttingen Jetzt gehen die Uhren fünf Minuten vor
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17:01 01.04.2018
Ein Streit zwischen dem Kosovo und Serbien soll der Auslöser dafür sein, dass viele Radiowecker und Uhren in Mikrowellen bis zu sechs Minuten nachgingen. Jetzt ist das Stromdefizit ausgeglichen und die Uhren gehen vor. Quelle: dpa
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Göttingen

Der Spuk ist vorbei, schon bald dürften die Menschen in der Region sich wieder auf die Zeitangabe ihrer Radiowecker und Backofenuhren verlassen können. Bis zu sechs Minuten waren die sonst verlässlichen Alltagsbegleiter in den vergangenen Wochen plötzlich nachgegangen. Die Ursache war kurios, ein politischer Streit auf dem Balkan: Ein Netzbetreiber im Kosovo war wegen politischer Unstimmigkeiten mit Serbien seinen Verpflichtungen zur Stromeinspeisung nicht nachgekommen. Doch der serbische Netzbetreiber Elektromreza Srbije (EMS) gab schnell Entwarnung. Seit Anfang März halte das Kosovo die Standards wieder ein, hieß es in einer Erklärung. Erst jetzt macht sich der Ausgleich im Stromnetz bei uns bemerkbar. „Bis alle Uhren wieder im Takt sind, kann es mehrere Wochen dauern“, erklärte Heike Kerber vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb im Elektronik-Verband VDE. „Wenn wieder 50 Hertz im Netz erreicht sind, wirkt sich das nicht sofort auf die Uhren aus.“

Anders als Quarz- oder Funk-Uhren beziehen einfache Synchron-Uhren, ihren Takt aus der normalerweise immer konstant bleibenden Frequenz im Stromnetz. Diese liegt in Kontinentaleuropa bei fast genau 50 Hertz. Wenn es stärkere Frequenzabweichungen gibt, etwa wenn deutlich mehr Strom für Heizung im Winter genutzt wird, gleichen die Netzbetreiber die Differenz zum Schnittwert in der Regel durch höhere Einspeisung sofort aus. Dafür werde generell eine bestimmte Regelleistung an Energie vorgehalten, erklärte Kerber. Auf diese Weise gibt es höchstens Schwankungen um ein paar hundertstel Hertz.

Unstimmigkeiten zwischen dem Kosovo und Serbien

Wie der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E Anfang März mitteilte, sei es aber zu einer Unterversorgung im Stromnetz gekommen. Als Grund gab der Verband politische Unstimmigkeiten zwischen dem Kosovo und Serbien an. Das vorwiegend von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich vor zehn Jahren von Serbien abgespalten und wird inzwischen von über 110 Staaten weltweit als selbstständige Republik anerkannt. Serbien will dagegen seine frühere Provinz zurück haben. In der ENTSO-E ist wegen der politischen Spannungen der Kosovo derzeit kein offizielles Mitglied.

Nach Angaben des serbischen Betreibers EMS hatte der Netzbetreiber KOSTT im Kosovo Anfang des Jahres unkontrolliert Energie aus dem Synchronbereich von Kontinentaleuropa ohne Genehmigung entnommen. Damit habe KOSTT eindeutig gegen Normen und Standards verstoßen, kritisiert der Betreiber. Auf internationalen Druck hin habe der Kosovo die Entnahme beendet. Als Verantwortliche des Kontrollbereichs habe EMS nun alle Ressourcen bereitgestellt, um das Problem zu lösen.

Betroffen waren insgesamt 25 Länder in Europa, darunter auch Deutschland. Die Versorgungssicherheit sei aber zu keiner Weise beeinträchtigt gewesen, sagte Kerber.

Von dpa

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