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Göttingen Weniger Klassen an der IGS Bovenden?
Die Region Göttingen Weniger Klassen an der IGS Bovenden?
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00:22 05.09.2018
Außenansicht der IGS Intergrierten Gesamtschule Bovenden Quelle: Peter Heller
Göttingen

Geht es nach der Kreisverwaltung, könnte die IGS Bovenden künftig nur noch vier statt bisher sechs Klassen aufnehmen. Hintergrund ist ein Konflikt mit der Stadt Göttingen, bei dem es um die Verteilung unterstützungsbedürftiger Schüler auf die hiesigen Gesamtschulen geht.

„Eine erhebliche Unwucht“ befürchte er bei der Zusammensetzung der Schülerschaft an der IGS Bovenden, bekannte Kreisrat Marcel Riethig bei der jüngsten Sitzung des Schulausschusses des Göttinger Kreistags. Denn weil die Schule derzeit überproportional viele leistungsschwache Schüler –auch aus dem Stadtgebiet – aufnehme, bestehe die Gefahr, ein „angemessenes Leistungs- und Förderniveau“ nicht halten zu können.

Hintergrund sind nicht zuletzt die Präferenzen der Eltern im gemeinsamen Schulbezirk von Stadt und Landkreis: Die IGS Bovenden als nicht ausgelastete Gesamtschule müsse alle Schüler annehmen, die sich bei ihr anmelden – auch diejenigen mit erheblichem Unterstützungsbedarf, die häufig erst verspätet angemeldet worden seien und zu dem Zeitpunkt an den schon voll ausgelasteten Gesamtschulen im Stadtgebiet keinen Platz bekommen hätten, so Riethig in der Beschlussvorlage der Sitzung.

Er schlug bei der Sitzung deshalb vor, künftig nur noch vier Klassen pro Jahrgang aufzunehmen, statt bisher maximal sechs. „Das ist der einzige Steuerungsmechanismus, den wir als Schulträger haben“, so Riethig. Er will damit der Schule ermöglichen, unter Verweis auf die Auslastung gegebenenfalls Schüler abzulehnen.

Nur wenig Steuerungsmöglichkeiten

Möglich sei das entsprechend der Gesetzeslage, weil es tatsächlich zu wenig Räume an der Bovender IGS gebe, um die Sechszügigkeit zu gewährleisten: „Schon bei der jetzigen 4-Zügigkeit des fünften Jahrgangs fehlen mehrere Differenzierungs- und Fachräume.“ Im aktuellen Schuljahr hat die IGS nach Angaben der Kreisverwaltung 77 Schüler im fünften Jahrgang aufgenommen.

Auch die Ausschussmitglieder zeigten sich während der Sitzung mit der Situation bei der Schülerverteilung unzufrieden: „Die Gesamtschulen lassen sich volllaufen und die, die keinen Platz haben, landen in Bovenden“, kritisierte Jens Haepe (CDU). Er sprach von Irrsinn, weil so viele „Kids aus Brennpunkten“ an die Bovender IGS kämen. Eckhardt Fascher (Linke) äußerte ähnliche Befürchtungen und Karin Wette (Grüne) betonte, sie stimme der Argumentation des Kreisrats „vorbehaltlos“ zu.

Kein Einvernehmen mit der Stadt

Zu einem Alleingang der Kreisverwaltung bei der Reduzierung der Zügigkeit wird es trotzdem nicht kommen. Der Schuldezernent der Stadt Göttingen, Siegfried Lieske (Grüne), hatte den Ausschuss vor der Sitzung schriftlich gewarnt, dass die Stadt das nicht akzeptieren werde. „Das erforderliche Einvernehmen“ könne dann nicht hergestellt werden, schrieb er unter Verweis darauf, dass sich Stadt und Landkreis bei ihrem Schulstättenentwicklungskonzept einem solchen Einvernehmen verschrieben hätten.

Dem schloss sich Ausschussmitglied Wolfgang Meyer (SPD) an: Sofern kein Einvernehmen bestehe, könne der Ausschuss über den Vorschlag Riethigs auch nicht entscheiden, weshalb das Thema vertragt werden müsse. Damit überzeugte er die übrigen Ausschussmitglieder. Diese stimmten zugleich Riethig zu, als dieser seine Position für die nun anstehenden Gespräche mit der Stadt formulierte: Zur Verbesserung der Zusammensetzung der Schülerschaft an der IGS sei eine Reduzierung der Zügigkeit eine Option, andere zielführende Vorschläge seitens der Stadt seien aber auch Ok.

Von Christoph Höland

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