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Göttingen Erinnerung an NS-Opfer
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00:17 07.11.2016
Fester Bestandteil Göttinger Erinnerungskultur: die Gedenkstunde am Synagogen-Mahnmal - hier ein Foto von 2015. foto: Hinzmann Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Im Bündnis sind nach eigenen Angaben derzeit neunzehn gesellschaftliche Initiativen und Einrichtungen zusammengeschlossen, um ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit und Vergessen zu setzen. Dr. Dietmar Sedlaczek, Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen und einer der Gründer, zieht Bilanz: „Wir haben damals mit viel Engagement und in einem schwierigen gesellschaftlichen Umfeld unser Bündnis ins Leben gerufen.“ Er sei froh über die hohe Akzeptanz und Wertschätzung, die es heute erfahre. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der beteiligten Gruppen und Einrichtungen stetig gewachsen. In jedem Jahr halte ein umfangreiches und engagiertes Programm das Gedenken an die Opfer des Holocaust in Göttingen wach.

Von Anfang an sei beim Bündnis die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit beteiligt gewesen, erklärt deren Vorsitzender Heiner J. Willen. Ihr sei es wichtig, ein Gedenken nicht nur an die jüdischen, sondern an alle Opfer der Nationalsozialisten zu ermöglichen. „ Zeichen setzen gegen die Verharmlosung deutscher Schuld und Verantwortung, gegen rechtsextreme Aktivitäten, das ist im breiten Bündnis effektiv möglich“, sagt Willen und betont: „Gemeinsam wollen wir nicht zulassen, dass Rassenhass, nationale Überheblichkeit und politisch-religiöser Fanatismus den Frieden gefährden.“ Zu diesem Zweck sind auch diesmal wieder Vorträge, Führungen, Filme, Ausstellungen und Zeitzeugengespräche geplant.

Vorgesehen sind 30 Veranstaltungen zwischen dem 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht 1938, und dem 30. Januar, dem Jahrestag der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933. Die Gedenkstunde zur Erinnerung an die Opfer der Reichspogromnacht beginnt um 18 Uhr am Mahnmal am Platz der Synagoge in Göttingen. Am Holocaust-Gedenktag am Freitag, 27. Januar, berichtet der Göttinger Alexander Schissel, ein Überlebender des Holocaust, im Alten Rathaus um 19.30 Uhr über seine Erfahrungen als sowjetischer Jude in Odessa.

Schwerpunkt der Veranstaltungsreihe sei der Zusammenhang von Kolonialismus und Nationalsozialismus, heißt es in einer Mitteilung. Unter dem Titel „Schwarze Lebensrealitäten in Deutschland - zwischen kolonialen Kontinuitäten und Widerstand“ werde das Thema mit der Ausstellung „Homestory“ der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und mit sechs begleitenden Veranstaltungen beleuchtet. Ziel sei es, die dominierende Geschichtsschreibung um die Perspektive schwarzer Menschen zu erweitern.

Das gesamte Programm finden Sie hier

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