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Göttingen Erinnerung an historisches Datum: Johanniterorden feiert in Göttingen
Die Region Göttingen Erinnerung an historisches Datum: Johanniterorden feiert in Göttingen
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00:17 21.02.2013
Einzug in schwarzen Mänteln mit dem weißen achtspitzigen Kreuz: Ritter des Johanniterordens in der Kirche St. Marien. Quelle: Heller
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Göttingen

Nach der Eroberung Jerusalems im ersten Kreuzzug 1099 wurden die Johanniter ein geistlicher Ritterorden, der neben den diakonischen Aufgaben auch militärische übernahm. Zur Zeit der Reformation entwickelte sich der Orden in unterschiedliche Zweige, in den katholischen Malteserorden und den evangelischen Johanniterorden.

Dieser sieht es noch heute als seinen Auftrag, für den Glauben und für Kranke und Hilfsbedürftige einzutreten. Weltweit gehören dem Johanniterorden in 18 deutschen und fünf ausländischen Genossenschaften etwa 3400 Ritter an. Im Raum Göttingen gibt es eine regionale Untergliederung des Johanniterordens, eine so genannte Subkommende, der etwa 50 Ritter angehören. Der Orden unterhält Krankenhäuser und Altenheime. Als Ordenswerke bestehen die Johanniter-Unfall-Hilfe, die Johanniter-Schwesternschaft und die Johanniter-Hilfsgemeinschaften.

Evangelische Elite

Der Orden versteht sich bewusst als evangelische Elite. „Verstecken wir uns nicht im Mainstream, sondern sind Avantgarde der Gesellschaft“, sagte der Pastor der Göttinger Friedenskirchengemeinde und Ordensritter Ralf Reuter in seiner Ansprache während der Festandacht.

Um die Aufnahme in den Johanniterorden kann man sich nicht bewerben – man wird gefragt. Bis vor einigen Jahrzehnten wurden nur Adelige in den Orden aufgenommen. An der Spitze des Ordens stehen seit 1693 ununterbrochen Hohenzollernprinzen. Der Orden stellt an seine Mitglieder hohe ethische Ansprüche und verlangt eine „ritterliche Gesinnung“. Wer geschieden ist, kann in der Regel nicht aufgenommen werden, und nach einer Scheidung sollten Mitglieder den Orden verlassen.

In seiner Ansprache vor 30 Rittern aus der Region bekannte sich Reuter zu den Prinzipien des Ordens, mahnte jedoch auch: „Sinnvolle Tradition ist nie die Anbetung der alten Asche, sondern immer die Weitergabe der lebendigen Flamme. Damit haben auch wir heute die Aufgabe, das Feuer aus dieser Tradition neu in unseren Zusammenhängen zu entfachen. Für diese Welt.“

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