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Göttingen Beschuldigter war zur Tatzeit in Japan
Die Region Göttingen Beschuldigter war zur Tatzeit in Japan
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14:15 09.11.2018
Hausdurchsuchungen in der Bürgerstraße und Hainholzweg am 28. Juni in Göttingen. Quelle: Pförtner
Göttingen

Am 28. Juni stand ein Großaufgebot der Polizei vor der Tür der Wohngemeinschaft des Göttinger Studenten. Laut Durchsuchungsbeschluss sollte er in der Zeit um den 7. Juli 2017 gemeinsam mit anderen Männern im Laufe der Proteste gegen den Gipfel in Hamburg einen mutmaßlichen Spitzel verprügelt haben. Erst nach einem Warnschuss eines Polizisten hätte er von seinem Opfer abgelassen, so der schwerwiegende Vorwurf.

Die Polizei beschlagnahmte bei der Durchsuchung im Hainholzweg ein Jahr nach der Tat verschiedenste Gegenstände wie ein Laptop, ein Handy, Kleidung oder das Hörspiel „Die Känguru Chroniken“ von Marc-Uwe Kling auf sechs CDs. Vier Monate ermittelten die Hamburger Staatsanwälte weiter, bis sie das Verfahren jetzt einstellten. Man hatte festgestellt, dass der Student der vergleichenden Literaturwissenschaften doch nicht in die Schlägerei verwickelt gewesen sein konnte.

Der war nämlich zehn Tage vor der Tat von Frankfurt nach Tokyo geflogen und erst Ende Juli zurückgekommen. „Der Beschuldigte befand sich während der gesamten Zeit des G20-Gipfels in Japan, war aber als Tatverdächtiger durch Beamte des Göttinger Staatsschutzes im Rahmen einer internen Fahndung benannt worden, weil er in Göttingen politisch aktiv und den Beamten daher bekannt ist“, kommentierte am Freitag Rechtsanwalt Sven Adam, der den ehemals Beschuldigten strafrechtlich vertritt.

Ein weiterer Vorwurf steht gegen den Studenten allerdings noch im Raum. Er soll an einem Angriff auf den ehemaligen niedersächsischen Landeschef der mittlerweile aufgelösten AfD-Jugendorganisation Lars Steinke beteiligt gewesen sein. „Ich bin davon überzeugt, dass das Verfahren auch eingestellt wird“, erklärte Adam zuversichtlich. Jetzt werde der Student erst einmal den bei der Durchsuchung angerichteten Schaden bei der Staatskasse geltend machen. Die Übernahme der Kosten hatte die Hamburger Staatsanwaltschaft in Aussicht gestellt.

Von Markus Scharf

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