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Göttingen Entlarvender Fingerabdruck
Die Region Göttingen Entlarvender Fingerabdruck
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00:19 14.10.2017
Symbolbild Quelle: dpa
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Göttingen

Im Fall eines 24-jährigen Mannes aus Göttingen, der sich derzeit wegen zahlreicher Internet-Betrügereien vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten muss, gelang den IT-Spezialisten der Ermittlungserfolg jedoch mit ganz „klassischen“ Methoden: Der Angeklagten hatte ab September vergangenen Jahres bei verschiedenen Banken unter falschem Namen mehrere Girokonten eingerichtet, die er für seine Betrügereien nutzte. Im Zuge ihrer Ermittlungen stießen die IT-Spezialisten der Polizei unter anderem auf ein verdächtiges Konto bei einem Göttinger Geldinstitut. Auf den Unterlagen von der Kontoeröffnung hätten sich Fingerabdrücke befunden, berichtete am Mittwoch der ermittelnde Beamte. Dadurch sei man dem Angeklagten auf die Spur gekommen.

Die sogenannte daktylographische Auswertung im Landeskriminalamt ergab, dass der Fingerabdruck von einem bereits mehrfach vorbestraften 24-Jährigen stammte. Nach dieser „Treffermeldung“ nahm die Polizei den Angeklagten Anfang April vor seiner Wohnung im Göttinger Stadtgebiet fest. Seitdem sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Die Polizei war durch die Anzeige eines Ebay-Verkäufers auf den Fall aufmerksam geworden. Dieser hatte festgestellt, dass sich jemand unberechtigt Zugang zu seinem Ebay-Konto verschafft und dort Waren angeboten hatte. Der mutmaßliche Hacker habe dann unter dem Namen des Kontoinhabers Kontakt zu den Kaufinteressenten aufgenommen, sagte der Ermittler. Diesen habe er dann mitgeteilt, dass sie in dem speziellen Fall die Vorkasse für die angebotene Ware auf ein anderes Konto zahlen sollten, als in dem Internet-Portal angegeben war. Die Spur führte dann zu einem Konto bei einem Göttinger Geldinstitut, das unter falschen Namen eröffnet worden war. Dort sei bereits aufgefallen, das ungewöhnlich viele „Vorkasse“-Überweisungen eingegangen waren, sagte der Beamte.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen fanden die Fahnder unter anderem gefälschte österreichische, slowakische und italienische Ausweise. Der Angeklagte erklärte dazu, dass ihm in den entsprechenden Anleitungen im Darknet empfohlen worden sei, österreichische Ausweise zu benutzen. Außerdem habe er dort den Tipp bekommen, bei „Fake“-Verkäufen über fremde Ebay-Konten elektronische Geräte wie Gitarrenverstärker, Keyboards und Synthesizer anzubieten, weil man in der Musikszene einander vertraue und dementsprechend leicht gutgläubige Käufer finden könne.

Zu Beginn der Verhandlung hatte sich das Gericht mit den Beteiligten über den weiteren Fortgang und das Ergebnis des Verfahrens verständigt. Der Angeklagte hatte daraufhin ein Geständnis abgelegt. Der Prozess wird am Freitag mit den Plädoyers fortgesetzt.

Von Heidi Niemann

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