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Göttingen Erste Geflüchtete im ehemaligen IWF in Göttingen
Die Region Göttingen Erste Geflüchtete im ehemaligen IWF in Göttingen
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17:05 04.11.2015
Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Eine von ihnen ist die 25-jährige Kurdin Kashma Ramzy. Vor mehr als vier Monaten ist sie mit ihrer 14 Monate alten Tochter aus der nordirakischen Stadt Sulaimaniyya geflohen. „Probleme mit radikalen Islamisten“ gibt sie als Gründe an. Mit Freunden und Bekannten haben sich Mutter und Tochter auf den beschwerlichen Weg nach Deutschland gemacht. Über die Türkei, Bulgarien, Serbien und Österreich führte ihr Fluchtweg. Wo ihre Freunde heute sind, wisse sie nicht, sagt Ramzy. Ihr Ziel ist es, in Deutschland ein Studium zu beginnen.

Zwei Monate war der 16-jährige Mustaba aus Afghanistan mit seiner Mutter Frusan auf der so genannten Balkanroute unterwegs, bevor er in Deutschland ankam. Nach einer Irrfahrt durch vier Erstaufnahmelager soll nun Göttingen ihre neue Heimat werden. „Hoffentlich bald in einer eigenen Wohnung“, sagte Frusan. Denn im ehemaligen IWF stehen den Bewohnern nur Gemeinschaftsküchen und gemeinsam genutzte Sanitäreinrichtungen zur Verfügung.

Die Gebäude hat der Eigentümer in Absprache mit derVerwaltung für rund 500 000 Euro für eine Wohnnutzung umgebaut. Die Stadt mietet die Gebäude für drei Jahre, mit der Option auf zwei weitere.

Geleitet wird die neue Unterkunft von Conny Hiller von der Gesellschaft Bonveno, die bereits die Unterkunft auf den Zietenterrassen betreibt. „Es wird“, sagte sie am Dienstag. Nach und nach würden noch kleinere Mängel in der Unterkunft beseitigt und fehlende Ausstattung geliefert.

Zum Bonveno-Team gehören auch die Betreuungskräfte Jawed Yazdani, Naoual Ghafari, Hausmeister Uwe Schmidt, David-Brian Betzholz und Yana Breindl, die die ehrenamtlichen Helfer der Bürgerinititive (initiative-iwf.de) koordiniert und betreut. Mehr als 80 Menschen engagieren sich in der Initiative. Acht Arbeitsgruppen hätten sich bereits gegründet, sagt Gisela Prieß von der Initiative. „Die Stimmung in der Nachbarschaft ist gut. Viele wollen helfen“, sagt sie.

Mustaba ist angetan von so viel Hilfsbereitschaft. „Ich möchte jetzt möglichst schnell Deutsch lernen“, sagt der junge Afghane.

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