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Göttingen Erste Zukunftsmesse für Menschen mit Behinderung
Die Region Göttingen Erste Zukunftsmesse für Menschen mit Behinderung
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00:18 27.09.2017
Ein Bündnis aus 13 Institutionen organisierte die erste Göttinger Zukunftsmesse für Menschen mit Behinderung. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Erstmals hat am Sonnabend die Zukunftsmesse für Menschen mit Behinderungen ihre Türen geöffnet. Rund 70 Aussteller waren zum Auftakt in den Göttinger Werkstätten dabei.

Gleich zu Beginn am Sonnabendmorgen war das Foyer mit Menschen gefüllt. Einrichtungsleiter Holger Gerken, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Landrat Bernhard Reuter (beide SPD) begrüßten die Gäste, unter die sich auch Politiker anderer Parteien wie der CDU und der Partei mischten. Köhler hob hervor, dass der Weg zur inklusiven Stadt und zum inklusiven Staat noch lang sei. “Das ist unser ambitioniertes Ziel für die nächsten Jahre”, so der Oberbürgermeister. Jeder Mensch habe ein Recht auf Arbeit. Noch immer gebe es auf dem Arbeitsmarkt Diskriminierung und Vorurteile. Dagegen müsse man mit Transparenz und Öffentlichkeit entschlossen anarbeiten. Diese Messe sei ein gutes Beispiel dafür. Vor allem an Arbeitgeber gerichtet sagte Köhler: „Sprechen Sie uns an, wenn Sie Unterstützung brauchen, wir brauchen die Bereitschaft, sich auf Menschen mit Behinderungen einzulassen.“

„Den perfekten Menschen gibt es nicht“

Auch Reuter bestätigte, dass die Wirtschaft bei zunehmendem Fachkräftemangel entdecken sollte, dass viele Talente in Menschen mit Handicaps schlummerten. „Den perfekten Menschen gibt es nicht, jeder Mensch hat eine Begabung“, sagte er. Politische Bestrebungen, eine Pause bei den Inklusionsbemühungen zu machen, lehnte er ab. „Wir müssen mehr Tempo machen”, so Reuter.

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Ein Bündnis aus 13 Institutionen organisierte die erste Göttinger Zukunftsmesse für Menschen mit Behinderung. 50 Aussteller informierten mit 70 Ständen Menschen mit Handicap über Arbeit und berufliche Bildung.

Einer seiner Mitarbeiter, Linus Müting, sprach während einer Podiumsdiskussion darüber, wie schwer die Jobsuche mit einer Behinderung ist. Nach seiner Ausbildung zum Bürokaufmann habe er unzählige Bewerbungen geschrieben. Auf Borkum und bei der Bundeswehr habe er sich beworben, beim Bund kam der Rollstuhlfahrer nicht einmal ins Gebäude. „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr”, sagte er. Doch dann habe es geklappt, heute arbeitet er täglich bis 14 Uhr im Jobcenter des Landkreises. Linus arbeitet ohne Assistenz. Anders macht es Jonas Morgenroth. Er hat sein eigenes Ingenieurbüro gegründet, arbeitet Vollzeit und ist für seinen Job viel in Deutschland unterwegs. „Ich habe eine 24-Stunden-Assistenz”, sagte er. „Es läuft immer jemand hinter mir her, es sei denn, ich will es gerade nicht”, sagte der Ingenieur.

Auf dem Weg ins Berufsleben

Noch auf dem Weg ins Berufsleben sind die drei Auszubildenden, die am Stand der Berufsbildenden Schulen am Ritterplan für die Gäste Gemüsepuffer braten. Sven, René und Ann-Kathrin absolvieren eine Ausbildung zum „Fachpraktiker im Gastgewerbe”. Zwei Seniorenheime und das Landeskrankenhaus Moringen sind ihre Arbeitgeber. Alle drei sind begeistert von ihrem Job. Ann-Katrin ist im dritten Lehrjahr, sie möchte erst einmal in ihrer Küche bleiben und später vielleicht einmal zur Bundeswehr wechseln. „In unseren Klassen sind rund 15 Auszubildende pro Jahrgang”, erklärte BBS-Ausbilder Martin Hass. In der Gastronomie werde Küchen-Personal dringend gesucht, ergänzte sein Kollege Klaus Abraham.

Den ganzen Tag über gab es Programm, Musik, Vorträge, Mitmachworkshops – beispielsweise zur Gebärdensprache – und Vieles mehr. Das Kantinenteam der Werkstätten rund um Birgit Hune und Carolin Berneking bewirtete die Gäste.

Mit der Resonanz auf die Messe sind Barbara Jahns-Hasselmann (Beschäftigungsförderung) und Rüdiger Rohrig (VHS) voll zufrieden. „Unser Ziel ist es, auf jeden Fall wieder solch eine Messe zu organisieren”, sagte Jahns-Hasselmann. „Und wir wollen das am liebsten im nächsten Jahr zusammen mit der GöBit in der Lokhalle machen”, so Rorig.

Von Britta Bielefeld

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