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Göttingen Mit Schimmelpilz auf Platz eins
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18:13 08.11.2017
„Fusarium, Fusarium“: Sebastian Streit auf der Bühne. Quelle: Christoph Mischke
Göttingen

„Fusarium, Fusarium, du magst das Solarium”. Mit einem Vortrag nebst Gedicht über den Weizen-Schimmelpilz Fusarium culmorum hat Sebastian Streit den ersten Göttinger Agrar-Slam gewonnen. Der Doktorand war einer der sieben Teilnehmer, die am Dienstagabend im ausverkauften Jungen Theater auf der Bühne standen.

Sebastian Streit hat den ersten Göttinger Agrar-Slam gewonnen.

Erstmals, so sagte Moderatorin Lena Sohnrey zur Begrüßung, wurde vom Alumni-Verein der Sektion Agrarwissenschaften, der Fachschaft Agrarwissenschaften und der Öffentlichkeitsarbeit der Fakultät organisiert. „Toll, dass es so voll ist”, freute sie sich. Beim Slam gehe es darum, in einer witzigen oder ungewöhnlichen Weise seine Arbeit zu präsentieren. Fünf bis sieben Minuten standen den Teilnehmern dafür zur Verfügung. Ziel, so Henning von der Ohe vom Alumni-Verein in seiner Begrüßung, sei es, Fachwissen so zu erklären, dass „es jeder im Raum versteht”. Und weiter: „Ich freue mich auf die Beiträge, Gespräche und Getränke.”

Schon bevor er sich mit seinem „fusarium culmorum” beschäftigte, hatte Streit einen Hang zum Schimmel. Auf den Schulbroten, die er wochenlang nicht anrührte. „Was war ich stolz auf meine Zucht”, so der Pflanzenpathologe. Der Schimmel ließ ihn nicht los, die Fußfäule des Weizens ist es, die er heute untersucht. Und zwar auf dessen Durstigkeit. „Wir Pathologen sind Sadisten”, sagte Streit und erläuterte, wie er seine Pilze auf Flüssigkeitsentzug setzte. „Fusarium, Fusarium, man hört es bis zum Brocken, der mag es gerne trocken“, schüttelreimte Streit und verdiente sich mit seinem Vortrag ordentlich Applaus. Abgestimmt wurde via Mobiltelefon. Am Eingang erhielten alle Besucher einen QR-Code, der zum Votum berechtigte.

Am Ende gewann Streit den ersten Göttinger Agrar-Slam, Philine Carstens slamte sich auf den zweiten Platz. Sie stellte “Fakten über die Göttinger Lawis” vor. Ein ganz anderes Thema brachte Aspasia Werner auf die Bühne. Die Doktorandin am Lehrstuhl für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte hatte ihren Vortrag „The Yoga of Marketing, welche Kartoffel wähle ich” betitelt. Die junge Frau, die in Deutschland und Griechenland aufgewachsen ist, pries die Vorzüge ihres Fachbereich an. „Kunst oder Wissenschaft - wird arbeiten wissenschaftlich und kreativ.” Und wenn man sich dennoch mal langweile, dann „können wir auch Hirnströme messen”, sagt sie. Werner war so begeistert, dass sie ihre Beamerpräsentation ganz vergaß und einfach nur sprach. Das machte sie so überzeugend, dass das Publikum sie auf den dritten Platz wählte. Sie erzählte von Diana, Christina und anderen weiblichen Kartoffelnamen, und vom allgegenwärtigen Überangebot der Produkte. “Ich hab mal versucht, 37 Produkte, die es nicht in unsern Läden gibt zu bestellen, bei 36 hat es geklappt”, sagt sie. Nummer 37, das sei wohl ein illegales Rauschmittel gewesen. „Jetzt habe ich eine Strafanzeige.”

Sarah Iweala von der Öffentlichkeitsarbeit war mit der Veranstaltung zufrieden, „vor allem da wir tatsächlich ein komplett ausverkauftes Junges Theater hatten“. Auch mir der Band „Orange Light“ habe man eine gute Wahl getroffen. Sie musste eine Zugabe spielen. Iweala: „Dem 2. Agrar Slam im nächsten Jahr sollte nichts im Wege stehen.“

Von Britta Bielefeld

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