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Göttingen Er singt unter ihrem Fenster
Die Region Göttingen Er singt unter ihrem Fenster
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07:00 06.08.2018
Leben gern in Göttingen: Tenor Oleg Kuleyshov und Natalien Erbach. Quelle: Böhm
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Göttingen

„Göttingen hat doch alles“, sagt Kuleyshov strahlend. Er fühle sich wohl in der Stadt, sie sei historisch, habe Industrie, Studenten, ein Schützenfest. Wenn er durch Göttingen gehe, sei er immer fasziniert von den vielen berühmten Göttingern gewidmeten Schildern an den Häusern. „Ich lerne unsere Stadt neu kennen an seiner Seite“, erzählt Natalien Erbach, seine Lebenspartnerin.

Die beiden haben sich auf den Konzerten der Schwarzmeerkosaken kennengelernt. Erbach und ihre Zwillingsschwester Marylien Engelhardt sind seit vielen Jahren große Peter Orloff-Fans. „Mit neun Jahren habe ich ihn das erste Mal gehört“, erzählt Engelhardt. Und danach habe sie unter dem Kirschbaum gesessen und gewusst, „den will ich kennenlernen.“

Viele Jahre später hat die Göttingerin tatsächlich einen guten Kontakt zu Orloff. Zunächst hätten sie sich Briefe geschrieben, dann persönlich kennengelernt. Inzwischen leitet sie einen Peter-Orloff-Fanclub, hilft teilweise bei der Konzertorganisation und dem Kartenvorverkauf. Sie gehöre zur großen Peter-Orloff-Familie, so Engelhardt. So wie Zwillingsschwester Natalien, deretwegen Oleg Kuleyshov nach Göttingen gekommen ist.

Keine Miene verziehen

Der Tenor hat zunächst in Krakow russische Sprache und Geschichte studiert und dann als Lehrer gearbeitet. „Das war aber nichts für mich“, erklärt er. Zwei Jahre Musikstudium folgten in Kiew, dann spielte er bei den Philharmonikern in Kiew eine Mandoline. „Ein schweres Instrument, sieben Kilo musste ich halten.“ Über verschiedene andere Orchester kam er zu den Don Kosaken. Sehr steif sei es da bei den Konzerten zugegangen: immer gerade halten, Hände auf dem Rücken, keine Miene verziehen. Nicht ganz das Richtige für den lebenslustigen Ukrainer.

„Ich bin sehr dankbar für die Zeit mit den Don Kosaken“, erzählt er. 2007 aber entstand der Kontakt zu Peter Orloff und Kuleyshov wechselte zu den Schwarzmeer-Kosaken. Da sei die Atmosphäre viel lockerer, einfach wunderschön, schwärmt er. „Oleg scherzt gern mit dem Publikum, nimmt Augenkontakt auf“, ergänzt Erbach.

„Sie fühlen die Musik“

Kuleyshov liebt Humor und die deutschen Zuschauer. „Sie kennen unsere Musik, kennen die Worte, singen mit“, sagt er. „Sie fühlen die Musik.“ Es sei ein Traumberuf. Peter Orloff „ist nicht mein Chef, er ist mein Freund“, so Kuleyshov. Im Chor gingen alle sehr herzlich miteinander um. „Und wir sind immer bereit einander zu helfen.“

Oft laden Kuleyshov und Erbach die Sänger nach einem Konzert in der Nähe Göttingens nach Hause ein und feiern. „Hinterher mögen die Nachbarn uns nicht mehr“, sagt Kuleyshov augenzwinkernd. Das Gästezimmer in ihrem Haus ist oft belegt, gerade jüngerenChormitgliedern greift der Tenor gern unter die Arme.

Glühender Sportfan

Acht bis zehn Monate im Jahr ist Kuleyshov mit dem Chor auf Tour durch Deutschland und Europa. Wenigstens einmal im Monat versuchen sich Erbach und er auch in dieser Zeit zu sehen, sie reist dann zu einem seiner Konzerte. Wenn Kuleyshov in Göttingen ist, ist Ruhe angesagt. Gern fahren die beiden aber mit dem Fahrrad zum Kiessee. Und der glühende Sport- und Fußballfan Kuleyshov ist oft auf dem Fußballplatz anzutreffen.

Ist er in Göttingen holt er Erbach manchmal von ihrem Arbeitsplatz bei der Nordwestdeutsche Forstlichen Versuchsanstalt ab. „Dann singt er unter dem Fenster, damit ich Feierabend mache“, erzählt die Göttingerin lachend. Die Kollegen fragten immer schon, wann Oleg wiederkomme.

Konzert in Lenglern

Bis Weihnachten ist Kuleyshov jetzt auf Tour, die am Wochenende begonnen hat. Eines der ersten Konzerte führt ihn aber wieder in die Region: Am Donnerstag, 9. August, geben Peter Orloff und die Schwarzmeer-Kosaken ein Konzert in der Martinikirche in Lenglern. Beginn ist um 19 Uhr.

Von Christiane Böhm

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