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Göttingen Erstes Boxhotel öffnet in Göttingen
Die Region Göttingen Erstes Boxhotel öffnet in Göttingen
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02:15 01.05.2017
In Göttingen eröffnet am 1. Mai ein neues Hotel. Oliver Blume hat in den vergangenen vier Monaten auf 450 Quadratmetern im Iduna-Zentrum 47 Miniaturzimmer bauen lassen, auf die der Unternehmer aus Hannover das internationale Patent hält. Noch in diesem Jahr sollen weitere Boxhotels entstehen. Quelle: R
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Göttingen

Das Konzept sei denkbar einfach, sagt Blume. Das Boxhotel biete wenig Platz in möglichst zentraler Lage zu einem möglichst niedrigen Preis. Zielgruppe seien junge Leute, Städtereisende oder Kurzentschlossene. Aber das sei in einem neuen Markt schwer vorherzusagen. Göttingen diene quasi als Labor. "Hier werden wir sehen, wie unser Angebot angenommen wird." Für den Standort habe gesprochen, dass die Immobilie bereits im Familienbesitz sei. Außerdem habe er gezielt etwas abseits des Wettbewerbs der großen Zentren starten wollen. In einer jungen Stadt wie Göttingen sei zudem die Akzeptanz für Neues größer.

Weitere Pläne

Oliver Blume hofft für das Umfeld des Iduna-Zentrums auf eine Aufwertung bis hin zur Entwicklung eines Campus-Carrés. Konkrete Pläne gibt es bereits für ein Studenten-Café, das in der Immobilie untergebracht werden soll. Außerdem wird die Fassade zur Weender Landstraße hin in den kommenden Woche neu verkleidet. Nach aktuellen Skizzen werden Teile des vorderen Gebäudes mit sibirischer Lärche, andere großflächig mit Kupferfolie behängt.

Groß ist an dem Boxhotel sonst eigentlich nichts. Die Boxen sind mit einer Grundfläche von 2,8 mal 1,5 Metern "kleiner als Smart". Hier finden Gäste auf zwei Etagen zwei Betten, eine Dusche und den Waschbereich. Fenster gibt es nicht, hinterleuchtete großformatige Poster mit perspektivischen Fotomotiven und Spiegelflächen sollen den Eindruck von Weite erzeugen. Diese Boxen sind nicht zum Verweilen gemacht. Es gehe um Menschen, die eine Stadt besuchen und einen Platz zum Übernachten brauchen, erläutert Blume. 

Der Besuch im Hotel verläuft komplett digital. Buchung, Abrechnung und Aufenthalt sind App-basiert, funktionieren nur mit dem Handy. Eine Rezeption gibt es nicht. Ein Scanner gewährt zahlenden Gästen den Zutritt, eine Videokamera überwacht den Eingangsbereich. Über die App soll zukünftig außerdem eine Community aufgebaut und eine Restaurantbuchung ermöglicht werden. etwa 600000 Euro hat Blume in den Hotelbau investiert. "Später wird es billiger", sagt er mit Blick auf weitere Hotels. Vier sollen noch in diesem Jahr in Hamburg, Hannover und Berlin entstehen. Insgesamt sollen es mal 100 werden, nicht nur in Deutschland. Für Kanada laufe bereits ein Genehmigungsverfahren.

In Blumes Göttinger Büro hängt über einem großen Konferenztisch mit Ledersesseln eine Weltkarte. Im Aschenbecher brennt eine Zigarre. "Ich liebe es, Märkte zu erschrecken", sagt Blume. Das hat er in einem anderen Segment bewiesen. Mit der Easy-Apotheken-Kette hatte Blume vor zehn Jahren das Prinzip des pharmazeutischen Discouters etabliert. Mit dem Göttinger Boxhotel betritt das Mitglied der Rulebreaker-Society jetzt ein neues Betätigungsfeld. "Ich bin gespannt, wie das funktioniert", sagt er. In der Woche vor Eröffnung sind bisher bereits über 400 Bestellungen eingegangen.

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