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Göttingen Auf 343 Bäume wartet die Säge
Die Region Göttingen Auf 343 Bäume wartet die Säge
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00:17 02.10.2016
Die durch den Erreger des Triebsterbens befallenen Eschen werden häufig von sogenannten Stammfußnekrosen befallen. Quelle: R
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Göttingen

Die Gründe dafür seien im Wesentlichen das Eschentriebsterben und starke Vitalitätseinbußen durch die extrem trockene Wetterlage der vergangenen Jahre, erklärte Michael Menzel als Leiter des städtischen Fachdienstes Grünflächen. 160 Eschen stehen auf der aktuellen Fällliste, und es werden in naher Zukunft wohl noch mehr. Denn die bereits durch den Erreger des Triebsterbens geschädigten Eschen werden zunehmend auch von sogenannten Stammfußnekrosen befallen. Dabei verlieren Bäume durch Pilzbefall und Fäule an Stabilität im Bereich des Stammes und der Wurzeln und werden so zum Sicherheitsrisiko.

Michael Habermann, Leiter der Abteilung Waldschutz bei der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, zeichnete während der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Rates der Stadt Göttingen ein düsteres Bild für die Baumart. Das Falsche Weiße Stängelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus) habe sich mittlerweile in ganz Europa ausgebreitet und sei auch in der Region in allen Eschenbeständen zu finden.

„Ein unerfreulicher Effekt der Globalisierung“, ergänzte Martin Levin vom Göttinger Stadtforstamt. In seinem Zuständigkeitsbereich stehen 1400 Eschen, sie machen 18 Prozent des gesamten Baumbestands aus. Hier würden die deutlich geschädigten Bäume gefällt, die übrigen beobachtet. Der Preis für das Holz habe bisher noch nicht gelitten. Für gesunde Esche werde aktuell zwischen 250 und 300 Euro pro Kubikmeter gezahlt. Wie sich der Markt entwickele, wenn mehr gefällt werden müsse, sei nicht abzusehen.

Von den 34 000 Stadtbäumen, die im Göttinger Kataster erfasst sind, wurden 18 000 in der Zeit von März bis September vom Fachbereich Stadtgrün und dem Arbeitskreis Baumschutz der Kreisgruppe des BUND kontrolliert. Auch andere Arten sind Menzel zufolge auf der Göttinger Fällliste 2016 gehäuft vertreten. So weisen in diesem Jahr Ahorn, Birke und Hainbuche verstärkt Vitalitätseinbußen auf. Für jeden gefällten Baum werde allerdings ein neuer nachgepflanzt - nach Möglichkeit am Ort einer Fällung. Auf Eschen wird man dabei wohl verzichten müssen.

Die Baumfällliste 2016 im Internet unter baumschau.goettingen.de

Fortgang des Eschentriebsterbens

Der aus Japan und China stammende und seit 2014 bekannte Erreger Hymenoscyphus fraxineus wurde bis dato in 26 europäischen Ländern beobachtet. Das durch ihn ausgelöste Eschentriebsterbens führt zu Blatt und Kronenverlust, im fortgeschrittenen Stadium kann der Befall mit holzzersetzenden Pilzen wie Holzkeulen, Hallimasch oder Samtfußrübling, sowie die Ansiedlung von Käfern beobachtet werden. Zudem beeinträchtigen Stammfußnekrosen die Stand- und Bruchsicherheit der Bäume.
Weitere Erkenntnisse:

❱ Sehr hohe Infektionsrate bei Gemeinen Eschen aller Altersklassen
❱ Hohe Mortalitätsrate innerhalb von wenigen Jahren nach Infektion
❱ Holzentwertung im fortgeschrittenen Stadium

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