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Göttingen Falsche Polizisten am Telefon
Die Region Göttingen Falsche Polizisten am Telefon
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00:27 09.04.2018
Polizei registriert zahlreiche Fälle von Telefonbetrug auch in der Region. Quelle: dpa
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Göttingen

17 Fälle von versuchtem Betrug sind der Göttinger Polizei allein am Donnerstag angezeigt worden. Doch die jüngste Welle der telefonischen Tricksereien erfasst mehrere Bereiche Südniedersachsens. Dabei bekamen diesmal die meisten potenziellen Opfer einen Anruf von falschen Polizisten.

Die Masche ist immer die gleiche: Bei vorwiegend älteren Menschen klingelt das Telefon. Am anderen Ende meldet sich ein angeblicher Polizeibeamter und warnt vor bevorstehenden Einbrüchen oder ähnlichen Straftaten. Man habe im Zuge von Ermittlungen in der Nachbarschaft eine Liste gefunden, auf der sich auch die Adresse des Angerufenen befinde. Im weiteren Verlauf des Gesprächs bietet der falschen Polizisten dann an, einen Kollegen zu schicken, der mögliche Besitztümer in Sicherheit bringen könne.

110 im Display

Als besonderen Trick verwenden die Betrüger seit einigen Jahren immer häufiger das sogenannte Call-ID Spoofing. Dahinter verbirgt sich eine Methode, bei der die Telefonnummer im Display des Angerufenen manipuliert wird. Hierdurch ist es möglich, die wahre Identität des Anrufers zu verschleiern und eine falsche Identität vorzutäuschen. Im aktuellen Fall erschien mehrheitlich eine Telefonnummer, die der der Duderstädter Polizeidienststelle bis auf eine Stelle gleichte. Beliebt seien aber auch Nummern, in denen die 110 mit der jeweiligen Ortsvorwahl kombiniert wurden, so Uwe Falkenhain, Sprecher der Polizeiinspektion Northeim.

Erst in der vergangenen Woche bekam eine Mitarbeiterin einer Northeimer Tankstelle einen Anruf mit der Handynummer seines Chefs. Sie folgte den Anweisungen und übermittelte Wertmarken im Wert von 2100 Euro. Auch hier war die Telefonnummer manipuliert. In der vergangenen Woche schlugen die Telefonbetrüger großflächig im Bereich Bad Gandersheim zu. Am Freitag meldete sich schließlich ein falscher Mitarbeiter der „Staatlichen Lotterie“ bei einem Göttinger. Ihm wurde angeboten, das Abo, das man angeblich zuvor online abgeschlossen hatte, zu günstigen Konditionen und verkürzt zu kündigen. In diesem Fall erschien eine Berliner Vorwahl im Display.

Spoofing als Türöffner

In den meisten Fällen kämen die Anrufe nicht aus Deutschland, so Falkenhain. Die Aktionen seien meist groß angelegt. Auch wenn die Betrugsmaschen variieren, gehe es bei Telefonbetrügereien immer darum, zunächst Vertrauen aufzubauen und damit Zugang zu den Wohnungen der Angerufenen zu bekommen. „Dabei ist das Spoofing ein guter Türöffner“, so Falkenhain. Zudem suchen die Betrüger gezielt nach alten Telefonnummern, da hier die Chance groß sei, auf ältere und potenziell leichtgläubige Menschen zu stoßen. In allen polizeibekannten Fällen der vergangenen Woche hatten die Anrufer damit allerdings keinen Erfolg, so Christian Jansen, Sprecher der Göttinger Polizei.

Die Polizei rät

Rufen Sie beim geringsten Zweifel die entsprechende Behörde an. Suchen Sie dabei die Telefonnummer selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis und übermitteln Sie keine Codes. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie im Zweifel einfach auf.

Von Markus Scharf

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