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Göttingen Falschparker blockieren Straßen am Rosdorfer Baggersee
Die Region Göttingen Falschparker blockieren Straßen am Rosdorfer Baggersee
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20:16 19.07.2013
Parkverbot: interessiert am Rosdorfer Kiesteich kaum jemanden. Quelle: Hinzmann
Rosdorf

„Die Leute parken dort wie wild“, sagt Bürgermeister Harald Grahovac (SPD). „Trotz absoluten Halteverbots wird dort sogar beidseitig geparkt. Da kommt kein Krankenwagen mehr durch.“

Selbst vor den Schranken stellten die Leute ihre Autos ab, sodass die Landwirte nicht mehr auf ihre Felder kämen. Dabei gebe es 100 Meter weiter, am alten Bahnhof, genug Parkmöglichkeiten. Grahovac: „Die Leute sind einfach nicht einsichtig.“ Mit den meisten könne man zwar durchaus sehr vernünftig reden. „Manche sind aber auch sehr aggressiv.“

Wie konsequent Besucher zum Beispiel das Parkverbot entlang der Straße zum See missachten, verdeutlicht eine Zahl des Landkreises Göttingen: Allein im Juni 2013 wurden laut Sprecher Marcel Riethig im Bereich des Kiesteichs etwa 330 Anzeigen gegen Falschparker gestellt und Verwarngelder ausgesprochen.

„Alles andere als außergewöhnlich“

„Darin enthalten sind auch die Verwarnungen, die die Polizei Friedland selbst ausspricht“, sagt Riethig. Die kontrolliere den Kiesteich regelmäßig, das sei mit den Beteiligten so abgesprochen.

Die Zahl sei schon beeindruckend, räumt Riethig ein – zumal sich der überwiegende Teil der Anzeigen und Verwarngelder auf den Zeitraum vom 17. bis 20. Juni beziehe. „Das zuständige Amt sagt aber, dass diese Anzahl für einen solchen Ort alles andere als außergewöhnlich ist.“

Vor allem, wenn schönes Wetter ist. Daher dürfte es auch an diesem Wochenende wieder voll werden am See.

Auch wegen solcher Parkverstöße hat sich die Gemeinde Rosdorf erst kürzlich vom Landkreis das Recht übertragen lassen, selbst Knöllchen verteilen zu dürfen. Sie wird aber wohl frühestens Ende August tätig werden.

„Erst müssen wir noch diverse Vorplanungen abwarten“, sagt Ordnungsamtschef Jörg Kaufmann. Dazu gehöre auch, sich Gedanken über die Gestaltung der Knöllchen zu machen.

Nicht Plan, die Kasse aufzubessern

Die Reaktionen von Bürgern seien durchaus positiv, sagt Grahovac. „Viele finden das gut, weil sie sich immer schon über Falschparker geärgert haben.“ Die gute Stimmung werde aber nicht ewig anhalten, glaubt er. „Wenn wir anfangen mit Aufschreiben, wird man auf uns schimpfen.“

Die Kontrollen seien aber notwendig. „Es gibt einfach Missstände“, sagt Grahovac. Es sei aber nicht Plan der Gemeinde, mit dem Knöllchenverteilen ihre Kasse aufzubessern. Man werde die Kontrollen daher vorher ankündigen.

Im Fall des Rosdorfer Baggersees wird aber auch das nicht viel nützen. Dabei ist der Kiesteich noch nicht einmal ein Naherholungsgebiet, sondern Teil eines Unternehmens. Baden ist dort eigentlich verboten. Aber auch daran hält sich, passend zur gesamten Situation, niemand.

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