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Göttingen Darum geht es im Streit um die Familienzentren im Landkreis Göttingen
Die Region Göttingen Darum geht es im Streit um die Familienzentren im Landkreis Göttingen
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00:22 22.02.2019
Das Duderstädter Familienzentrum St. Klaus. Quelle: Inga Schauenberg
Göttingen

Die Kreisverwaltung plant, im Kreisgebiet 20 Familienzentren einzurichten. Das allerdings ist in der aktuellen mittelfristigen Finanzplanung für die Jahre 2020 und 2021 nicht möglich. In einem ersten Schritt hatten sich in einem sogenannten Interessebekundungsverfahren Institutionen in 14 Kommunen für den Betrieb eines Familienzentrums ab 2019 beworben, eine Auswahlkommission schlug zehn Standorte vor – für Adelebsen, Rosdorf, Hann. Münden, Gieboldehausen, Bad Lauterberg, Herzberg, Dransfeld, Bovenden, Duderstadt und Bad Sachsa.

In Hann. Münden gab es gleich drei Institutionen, die sich für ein Familienzentrum bewarben – das Kinder- und Mütterzentrum, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die AWO. Die AWO-Bewerbung ging allerdings verspätet ein.

Vorher koordinieren

Die Auswahlkommission gab zunächst dem Kinder- und Mütterzentrum den Vorrang – zum Unmut der DRK-Führung. Dass das Kinder- und Mütterzentrum den alleinigen Zuschlag bekommen habe, sei unfair, erklärte DRK-Geschäftsführerin Petra Reußner in der Februar-Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Das DRK sei durchaus bereit gewesen, ein solches Familienzentrum im Verbund mit dem Kinder- und Mütterzentrum zu betreiben. Statt eines einfachen Interessebekundungsverfahrens hätte das Ganze im Vorfeld koordiniert werden müssen, um zu einer optimalen Lösung für Hann. Münden zu kommen.

Verbundlösung für Münden

Die Einwände zeigen offenbar Wirkung. Nach Auskunft von Dirk Aue, Mitglied der Auswahlkommission und der SPD-Kreistagsfraktion, soll er nun weitere Gespräche zwischen der Verwaltung und den Mündener Bewerbern geben, um vielleicht doch noch zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Die sei durchaus sinnvoll, meint Aue: Familienzentren seien sehr stark auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen, um effektiv zu funktionieren. Das Ziel sei „ein zentrales Familienzentrum“ für Münden – mit möglichst breiter Unterstützung. Daher könnte es für 2019 doch noch eine Verbundlösung geben.

Der Standort Friedland war in der ersten Runde des Interessebekundungsverfahrens für ein Familienzentrum schon im Jahr 2019 zunächst nicht erfolgreich. Begründung: Die Friedländer Bevölkerung sei demografisch stark auf der Seite der Älteren, die Einwohnerzahl sei vergleichsweise gering. Außerdem gebe es eine institutionalisierte kommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rosdorf, die in absehbarer Zeit ein eigenes großes Familienzentrum in Betrieb nehmen will.

Friedland in der ersten Runde

Dennoch soll die Nichtberücksichtung Friedlands in der ersten Vorschlagsrunde nun revidiert werden. Im Jugendhilfeausschuss sprachen sich mehrere Mitglieder dafür aus, Friedland doch noch aufzunehmen. Die Gemeinde könne bei Jugendmaßnahmen und frühen Hilfen mit guten Fallzahlen punkten, sagt Aue. Dafür dürften die Friedländer jetzt nicht mit dem Ausschluss von der Familienzentrumsvergabe bestraft werden, Friedland sei nun im Rennen. Aue: „Alles ist auf einem positiven Weg.“

Neue Familienzentren oder die Aufstockung der Förderung von einem Familienzentrum Basis hin zu einem Familienzentrum Plus wird laut Kommission außerdem empfohlen für Bad Lauterberg, Herzberg, Duderstadt, Gieboldehausen, Adelebsen, Bovenden, Dransfeld und Rosdorf. Fortgesetzt werden soll die Förderung als Familienzentrum Plus am Standort Bad Sachsa.

Von Matthias Heinzel

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