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Göttingen Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019
Die Region Göttingen Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019
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20:51 06.11.2018
Die Feldlerche ist der Vogel des Jahres 2019. Quelle: Foto: Dpa
Göttingen

Der Naturschutzbund (Nabu) hat die Feldlerche zum „Vogel des Jahres“ 2019 ausgerufen. Die Population der Vogelart ist in den vergangenen Jahrzehnten stark rückläufig und wurde auf die Rote Liste der gefährdeten Tierarten gesetzt. Ursprünglich gehörte die Feldlerche zu den häufigsten Brutvogelarten Mitteleuropas.

Bereits 1998 war die Feldlerche „Vogel des Jahres“, allerdings habe sich die Situation des Vogels seither weiter verschlechtert. „Allein im vergangenen Jahrzehnt hat sich der bundesweite Brutbestand um circa 30 Prozent reduziert“, berichtet Hans Dörrie vom Arbeitskreis Göttinger Ornithologen. Allein in Niedersachsen sei der Bestand von 1,2 Millionen Feldlerchen-Paaren in den 1960er Jahren auf noch geschätzt 150000 im Jahr 2009 gefallen. Das bedeutet Niedersachsen hat innerhalb von 50 Jahren fast 90 Prozent seines Feldlerchen-Bestands verloren.

Die industrielle Landwirtschaft bedroht den Bestand

Ursprünglich komme die Feldlerche aus der Steppenlandschaft und brüte am Boden, so Dörrie. Die Rodung von Flächen für den Ackerbau seit dem Mittelalter sei dem Vogel sehr zuträglich gewesen: Die Felder und Wiesen hätten den Feldlerchen einen reichhaltigen Lebensraum beschert. Das Aufkommen der industriellen Landwirtschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hätte jedoch katastrophale Auswirkungen auf den Bestand der Feldlerchen gehabt. „Während früher der Anbau von Sommergetreide gängige Praxis war, werden heute praktisch alle Getreidefelder bereits im Herbst eingesät. Daraus ergibt sich, dass Wintergetreideschläge im zeitigen Frühjahr von den Vögeln für die Erstbrut genutzt werden können. Ab Ende Mai stehen die Halme aber so dicht und mehr als 60 Zentimeter hoch, dass diese Flächen als Brutlebensraum kaum noch in Frage kommen“, erklärt Dörrie.

Südlich von Geismar gibt es sie noch recht häufig

Ein weiteres Problem der Feldlerche sei der Anbau von Mais. Die Maisfelder würden für den Vogel keinen geeigneten Lebensraum darstellen, außerdem sei der Einsatz von Pestiziden ein großes Problem für die Tiere, sagt Dörrie. Besonders gravierend sei jedoch der Populationsrückgang im Grünland. „Extensiv genutzte Weiden, die früher ein bedeutsamer Lebensraum waren, gibt es im Landkreis Göttingen praktisch nur noch in der ein paar Naturschutzgebieten“, betone Dörrie. Dabei gäbe es aber starke regionale Unterschiede: Höhenprofil, Landnutzung und Bevölkerungsdichte würden sich auf den Bestand auswirken. Während es in Nordwest-Niedersachsen schon immer relativ wenig Feldlerchen gab, sei die Population in Süd-Niedersachsen ursprünglich eher hoch gewesen.

Im Göttinger Raum können Interessierte noch relativ viele Feldlerchen beobachten. „Ein echter Hotspot zur Beobachtung von Felderchen ist die südliche Göttinger Feldmark. Hier sind sie erfreulicherweise noch recht häufig“, so Dörrie. Im April und Mai seien die singenden Männchen besonders aktiv und durch ihren spezifischen Gesang zu erkennen.

Von Max Brasch

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