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Göttingen Nach Indien im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität
Die Region Göttingen Nach Indien im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität
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00:18 15.01.2019
Hat mit einer Gepardenfamilie gelebt: Künstler und Filmemacher Matto Barfuss. Quelle: R / Barfuss
Göttingen

Laut Veranstalter ist das „Fernweh-Festival“ das größte Reisevortragsfestival Norddeutschlands und findet zum 16. Mal statt. Es gibt Vorträge, Diskussionen und Aktionen rund um das Thema Reisen und Fotografie. Zum Beginn am Sonnabendnachmittag ging es von Mumbay (früher Bombay) nach Südindien.

Und das auf höchst ungewöhnliche Weise: Andreas Pröve sitzt im Rollstuhl und unternimmt die abenteuerlichsten Reisen auch in unzugängliche Gebiete. Für die Reise durch Indien hat sich Pröve aus einem alten Velo Solex-Mofa mit Reibrollenantrieb einen motorisierten Rollstuhl gebaut, den deutschen TÜV, die Transportvorschriften von Air India umschifft, den Rollstuhl in Indien wieder zusammengebaut und sich mit Unterstützung eines guten indischen Freundes auf den abenteuerlichen Weg gemacht.

Immer wieder schaffte es Pröve, abseits der üblichen touristischen Pfade Einblicke in die vielschichtige indische Gesellschaft mit ihren Alltagssorgen und Lebensgewohnheiten zu erschließen, ohne voyeuristisch zu wirken. Mit eingespielten Interviews, Erklärungen und Videoschnipseln kamen in seinem Vortrag auch diejenigen zu Wort, die im indischen Kastensystem ganz unten oder – noch schlimmer – außerhalb stehen.

Fundamental friedfertig

Und in Deutschland so gut wie unbekannte Bewegungen wie der Jainismus. Dieser Glaube kann als die wahre „Religion des Friedens“ gelten: Für ihre etwa 4,5 Millionen Anhänger, fast alle von ihnen in Indien, ist jede Art von Leben beseelt. Grundregel ist, unter keinen Umständen etwas Lebendiges zu töten oder zu verletzen – bis zur Konsequenz, Wasser nur durch ein Tuch gefiltert zu trinken, damit keine Kleinstlebewesen zu Schaden kommen. So führt der Fundamentalismus dieser Religion zur absoluten Friedfertigkeit ihrer Anhänger.

Nach Pröves kenntnis- und einfallsreichem Vortrag nahm Tobias Hauser am späten Nachmittag seine Zuschauer mit nach Costa Rica – einem Land mit einer exotischen Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren wie an nur wenigen Stellen der Erde. Zum Abschluss des Tages präsentierte der „Gepardenmann“ Matto Barfuss das Leben unter Geparden. In vielen erstaunlichen Bildern erzählt Barfuss die Geschichte „seiner“ Gepardenfamilie in der Serengeti, mit der er drei Generationen lang lebte. Unter anderem schildert er den Überlebenskampf der Großkatzen und die Lebensfreude eines perfekten Katzentages.

Nordwestpassage im Segelboot

Der Sonntag begann um 11 Uhr mit einem Erlebnisbericht über die Bewältigung der Nordwestpassage per Segelboot. Heide und Erich Wilts sind seit mehr als 30 Jahren mit dem Segelboot in den entlegensten Ecken der Welt unterwegs. Im Sommer 2017 versuchten die beiden 75-Jährigen, die legendäre Passage von Alaska nach Grönland zu durchqueren. Zuvor ist das erst wenigen Dutzend Schiffen gelungen – und die meisten waren größer als das Segelboot des Ehepaars Wilts.

Weiter ging es wiederum mit Tobias Hauser aus Freiburg. Er gilt laut Veranstalter als einer der besten Kenner der Insel Kuba und berichtete, wie sich das Leben dort gerade verändert.

Trip in die Toskana

Guus Reinartz aus Holland berichtete über die Toskana. Sein Vortrag bot ein Kaleidoskop von Eindrücken aus verschiedenen Städten mit ihren Kunst- und Kulturschätzen, sowie malerische Dörfer, alte Klöster und der typischen sanften Hügellandschaft. Den Abschluss des Fernweh-Festivals 2019 bildete um 19.30 Uhr ein Vortrag von York Hovest über Tibet. Fantastische Eindrücke einer wilden, unbändigen Natur wurden ebenso gezeigt wie die geheimnisvollen Klöster.

Neben dem Hauptprogramm wurden zusätzlich Themen als Sonderveranstaltungen in den kleinen Hörsälen präsentiert. So gab es am Sonntag die Vorträge „Die Kanalinseln“ und „Deutschland per Rad“ .

Nähere Informationen hier.

Von Matthias Heinzel

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