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Göttingen Kurzreise nach Afrika: 1 World Festival
Die Region Göttingen Kurzreise nach Afrika: 1 World Festival
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15:31 08.10.2018
Musikalische und kulturelle Vielfalt: Die Band Blessed & Irie versteht es, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. | Quelle: Helge Schneemann
Göttingen

Der African Culture Club ist als Kulturinitiative Mitglied im KAZ und veranstaltet in etwa jedem zweiten Jahr ein Fest oder ein Konzert, welches den Göttingern die afrikanische Kultur näher bringen soll. „In diesem Jahr ist das Festival sozusagen Abschluss der interkulturellen Woche“, erklärte Ina Bartram, die nach eigenen Worten das „Mädchen für alles“ der Kulturinitiative ist und für die Planung des Festivals verantwortlich zeichnet.

Buntes Festivalprogramm

Zielsetzung der Veranstalter, so Ina Bartram, sei es gewesen die Gäste mit interkulturellen Darbietungen und Mitmachaktionen zu begeistern. Zur Einstimmung gab es im Francis Drake, der im Jungen Theater ansässigen Gastronomie, einen Trommelworkshop, bei dem alle Interessierten selbst einmal ausprobieren konnten, die großen afrikanischen Trommeln zu spielen. Parallel zum Workshop wurden im Saal des JT Impressionen der Afrikareise von Dirk Schultze gezeigt. Schultze, der als Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Georg-August-Universität tätig ist, ist ein Jahr lang durch Afrika gereist und hat seine Erfahrungen visuell dokumentiert. Einer der Göttinger Trommelschüler der Musiker Ibs Sallah und Dady King ist Schultze zudem, so entstand auch die Verbindung zum African Culture Club und die Einbindung der Reiseeindrücke in das Festivalprogramm.

Eine Trommelgruppe der Göttinger Werkstätten, angeleitet durch Ibs Sallah, eröffnete danach das musikalische Bühnenprogramm im Theatersaal. Als weiterer Act stand Sister Juicy bereit, die mit der Akustikgitarre und Gesang das Publikum unterhielt. „Sie ist ein neues Talent“, erklärte Ina Bartram sichtlich begeistert von den Fähigkeiten der jungen Künstlerin.

Einen ersten Höhepunkt des Abends stellte der Auftritt von Evelyn Gröling dar. Mit einer Performance aus Tanz und Gesang führte Gröling, die gebürtig aus Ghana stammt und mit der Kinderhilfe Ghana e.V. einen gemeinnützigen Verein ins Leben gerufen hat, den Abend seinem Finale entgegen.

Musik der Vielfalt

Der Auftritt der Reggae-Band Blessed & Irie bildete das Bühnenfinale des Festivals. Nach ihrem Einsatz beim interkulturellen Nachbarschaftsfest in Grone war es das zweite Mal, dass sich die Band mit ihrem neuen Sänger Kashela Kashela, der mit bürgerlichem Namen Atum Shekhem heißt, präsentierte. „Reggae ist die Musik der Vielfalt“, erklärte Bartram. Und vielfältig ist auch die Zusammensetzung der Band, deren Mitglieder aus Ghana, Äthiopien, Gambia und Namibia, aber auch aus Kuba, Hann. Münden und Katlenburg stammen.

Bewusst sei die Wahl des Veranstaltungsorts erneut auf das Junge Theater und das Francis Drake gefallen – obwohl es im vergangenen Jahr einige Fragen aufwarf, wie eine Organisation, welche die afrikanische Kultur unterstützt, ein Event in einem Lokal abhalten könne, das nach einem Piraten benannt ist, der am Sklavenhandel beteiligt war. Bartram hat sich daraufhin mit der Historie beschäftigt und für sich festgestellt, dass Francis Drake kein Rassist gewesen sei, sondern „auch afrikanische Mitstreiter“ gehabt habe. Dies sei ein Thema, mit dem sie sich gerne einmal theatralisch oder auch in einer Diskussionsrunde auseinandersetzen würde, ergänzte Bartram, deren Begeisterung für das Festival und die afrikanische Kultur ansteckend wirkte. Wie so vieles andere hätte das Thema mit der Geschichte, mit den Wurzeln zu tun, so Bartram weiter. Für das Festival war aus diesem Grund ursprünglich auch eine Lesung aus dem Buch „Roots“ des Autors Alex Haley geplant gewesen. Die Ahnenforschung des Autors führte ihn in die Heimat seiner Familie, nach Gambia, zurück – dem Land, aus dem auch Dady King und Ibs Sallah stammen.

Mit allen Sinnen Afrika spüren: Dies ist dem African Culture Club gut gelungen, nicht zuletzt auch dank der betörenden Aromen der senegambischen Küche. Leckereien, die sonst im Restaurant Soulfood in der Theaterstraße genossen werden können, haben das sonntägliche Festival kulinarisch abgerundet.

Von Claudia Bartels

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