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Göttingen Weder Kinderarbeit noch Kriegsgerät
Die Region Göttingen Weder Kinderarbeit noch Kriegsgerät
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15:48 03.05.2017
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Göttingen

Es geht um die Anlagemöglichkeiten für die städtischen Investitions- und Pensionsrücklagen sowie um die Kapitalausstattungen der städtischen Stiftungen – insgesamt knapp 80 Millionen Euro. Oberste Leitlinie der neuen Richtlinie für Kapitalanlagen ist das Motto „Sicherheit vor Rentabilität“. „Sicherheit bedeutet“, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung für den Finanzausschuss, „dass die Geldanlage überwiegend nur in solchen Bereichen erfolgen darf, in denen eine Rückzahlung des ganzen nominalen Kapitals gewährleistet werden kann.“

Das Ziel der Nachhaltigkeit erstreckt sich auch auf Inhalte möglicher Anlagen. Nicht erwünscht sind Beteiligungen an Unternehmen, die Kinderarbeit zulassen, Kriegsgerät herstellen oder vertreiben, Atomenergie erzeugen oder auf nicht nachhaltige und klimaschädliche Energien setzen oder Schiefergasgewinnung (das sogenannte Fracking) betreiben. Außerdem sollen Beteiligungen an Unternehmen, die Pflanzen oder Saatgut gentechnisch verändern, Tierversuche für die Herstellung von Kosmetika vornehmen oder denen „eklatante Bestechungs- oder Korruptionsfälle“ nachgewiesen wurden, ausgeschlossen sein.

Im Finanzausschuss am Dienstag lehnte die CDU die Vorlage der Verwaltung ab. In der Sache könne die Union dem Vorschlag zwar folgen, erklärte Christdemokrat Ludwig Theuvsen, die Richtlinie bedeute für die Verwaltung jedoch eine weitere Bürokratisierung.

Mit ihrer Mehrheit brachten SPD, Grüne und Linke den Antrag der Verwaltung dennoch durch. Jetzt entscheidet der Rat in seiner Sitzung am Freitag, 12. Mai, über die Richtlinien für die Anlagestrategie der Stadt.

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