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Göttingen Immer weniger Fleisch – auch im Landkreis?
Die Region Göttingen Immer weniger Fleisch – auch im Landkreis?
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00:29 07.04.2018
Der Konsum von Schweinefleisch in Deutschland ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Quelle: dpa
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Göttingen/Bonn

Während im Jahr 2011 laut BLE jeder Bürger noch 62,83 Kilo Fleisch aß, waren es im Jahr 2017 59,73 Kilo. Geflügel- und Rindfleisch wurden in den vergangenen zehn Jahren immer stärker nachgefragt. Der Verbrauch an Schweinefleisch sank seit 2011 von 40,14 Kilo pro Kopf auf 35,80 Kilo. Jürgen Kerl, Obermeister der Fleischer-Innung Südniedersachsen, teilt mit, dass viele Fleischer im Kreis ihr Angebot auf Geflügel- und Rindfleischprodukte umstellen. Putensalami werde stark nachgefragt. In der Region Göttingen zeige sich der Trend weg vom Schweinefleisch aber nicht so stark wie in Ballungszentren wie Hannover oder Hamburg. Dort lebten mehr junge Leute, die weniger Fleisch äßen und einen großen Teil derjenigen ausmachten, die sich vegetarisch ernähren. In den ländlichen Regionen seien die Bewohner älter.

Ein weiterer Faktor, der für sinkenden Fleischkonsum verantwortlich sein kann, sei die Anzahl von muslimischen Bürgern. Sie verschmähen Schweinefleisch aus religiösen Gründen. In Göttingen sei die Anzahl aber nicht so hoch wie zum Beispiel in Wolfsburg. Kerl rechnet damit, dass die Region Göttingen in zehn bis 15 Jahren dem bundesweiten Trend folgen wird.

Der Göttinger Kreislandwirt Hubert Kellner kann keine langfristig sinkende Nachfrage nach Schweinefleisch in der Region Göttingen beobachten. Kellner spricht von Modeerscheinungen, die sich immer mal wieder beobachten ließen. Die Landwirte der Region belieferten Schlachtereibetriebe wie Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, wo täglich 40 000 Tiere geschlachtet werden. Geflügelprodukte seien fettfrei und gelten zur Zeit als gesund, während der Konsum von Schweinefleisch mit Gicht in Verbindung gebracht werde. Letztendlich sei für den Kunden aber das Preisleistungsverhältnis ausschlaggebend. Schweinefleisch sei günstiger als Rind oder Pute, und es habe wichtige Proteine. „Eine Millionen Schweine werden jede Woche in Deutschland geschlachtet“, erläutert der Kreislandwirt. Auch Schweine aus Holland und Dänemark seien dabei.

Durch Angebot und Nachfrage ließe sich ein Trend im Konsumverhalten nicht auf lokaler Ebene zeigen. Die Landwirte und die Schlachtereibetriebe bedienen den globalen Markt. Discounter und Lebensmittelhändler wie Aldi und Lidl kaufen nicht nur aus der Region. In Deutschland werden zwar mehr Schweine geschlachtet als nötig sei, um den bundesweiten Bedarf zu decken. Deutschland exportiere aber auch. „Deutschland isst anders“, sagt der Kreislandwirt. Bei uns esse man vor allem Filetstücke, Schinken und Schnitzel. Im Ausland hingegen seien auch die Schnauze oder das Bein gefragt.

Von Julian Habermann

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