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Göttingen Flucht war „Bärendienst“
Die Region Göttingen Flucht war „Bärendienst“
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18:57 15.12.2009
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Der ausgebildete Erzieher war wegen des Missbrauchs und der brutalen Misshandlung eines kleinen Mädchens, das er im Jahr 2000 in Braunschweig stundenlang quälte und lebensgefährlich verletzte, in der Psychiatrie untergebracht worden. Am 12. Februar dieses Jahres war er nach einem von ihm als frustrierend empfundenen Therapiegespräch aus dem Arbeitstherapie-Bereich der Asklepius-Klinik geflohen. Er hatte sich durch ein Klappfenster im ersten Stock gezwängt, sich dabei an der Nase verletzt und war zu Fuß geflohen. Am Sandweg begegnete er dem 15-Jährigen, der sein Fahrrad schob. Von diesem forderte er die Herausgabe des Rades und drohte, als der Junge nicht reagierte, mit einem kleinen Klappmesser.

Was dann folgte, war „die Freiheit des Gehetzten“, wie ein psychiatrischer Gutachter es beschrieb: Das Rad war kaputt, er warf es bald weg. Zu Fuß lief er durch die Feldmark Richtung Rosdorf, dann zur Autobahn, zurück in die Stadt, watete bei Kälte durch die Leine, verletze sich dabei, gelangte schließlich per Bahn nach Hannover, kam in der Bahnhofsmission unter und entschied sich am nächsten Morgen, als er die ersten Schlagzeilen über seine Flucht in den Zeitungen sah, sich zu stellen. Bei der Bahnpolizei gestand er: „Ich bin der, den ihr sucht.“

Gestern legte der 37-Jährige ein Geständnis ab. Beim Opfer hat er sich schriftlich entschuldigt. Die Richter beließen die Strafe mit zwei Jahren bewusst in dem Bereich, indem eine Vollstreckungskammer die Strafe später zur Bewährung aussetzen kann, falls er in der Therapie Fortschritte macht. Diese werde mit Sicherheit noch viele Jahre benötigen.

ck

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