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Göttingen Flüchtlinge gegen Unterbringung in Massenunterkünften
Die Region Göttingen Flüchtlinge gegen Unterbringung in Massenunterkünften
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00:28 25.03.2018
Vor dem Neuen Rathaus protestierten Flüchtlinge gegen die Schließung der Einrichtung am Nonnenstieg. Quelle: Vera Wölk
Göttingen

Vor dem Neuen Rathaus zeigten sie Plakate mit denen sie gegen Massenunterkünfte demonstrierten. Außerdem betonten die Teilnehmer, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben sollten. Zu der Kundgebung hatten Flüchtlinge aus dem Nonnenstieg, der Ak Asyl Göttingen und die IWF Flüchtlingsinitiative gemeinsam mit dem Refugee Network Göttingen aufgerufen. Nach Angaben der Stadtverwaltung war die Veranstaltung nicht beim Ordnungsamt der Stadt angemeldet worden.

Während der rund einstündigen Demonstration kamen mehrere Flüchtlingen zu Wort, die berichteten, dass sie von Deutschland außer den Massenunterkünften nichts kennengelernt haben. „Eine Wohnung habe ich nicht bekommen, weil mein Asylantrag abgelehnt wurde. Dadurch habe ich nach Auskunft der Stadt kein Recht auf eine Wohnung“, berichtete ein Geflüchteter. Ein Flüchtling aus Afghanistan erklärte, dass er in der Unterkunft auf dem ehemaligen IWF Gelände keine Privatsphäre habe, und es bei sechs Personen in einem Zimmer regelmäßig Konflikte gebe. Die Geflüchteten wollen weiter für den Erhalt der Unterkunft kämpfen, auch wenn es eine Massenunterkunft sei, weil sie Angst vor einer möglichen Verlegung in die Einrichtung auf der Siekhöhe haben. Die Demonstranten sehen eine Mitschuld für die Situation in den Kriegsgebieten auch in Deutschland, weil die Regierung Panzer und Waffenexporte beispielsweise nach Syrien zulasse.

Die Stadt Göttingen hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren rund 20 Millionen Euro für die Flüchtlingsunterkünfte ausgegeben. Deshalb sei der Vorwurf von Flüchtlingen aus der Einrichtung am Nonnenstieg, dass die Flüchtlinge in Massenunterkünften untergebracht seien, nicht nachvollziehbar.

In den 13 städtischen Unterkünften seien nach Angaben der Verwaltung derzeit rund 800 der 1052 Plätze belegt. „Der Leerstand ist hierbei eine statistische Zahl, da manche Wohnungen nicht mit der maximalen Personenzahl belegt werden können“, heißt es in der Mitteilung weiter. Im Gebäude im Albrecht-Thaer-Weg, das von der städtischen Wohnungsbau betrieben wird, werden laut Mitteilung derzeit 69 der 150 Plätze genutzt. In dem Gebäude stünde ein Teil der Wohnungen auch für Studierende zur Verfügung, was ein positiver Beitrag zur Integration sei.

Von Vera Wölk

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