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Göttingen Flüchtlingskinder lernen Deutsch durch Lieder
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17:32 02.08.2018
Silke Mußmann (vorn) und Vicki Bönninger(3. von rechts) beim Unterricht mit den Vorschulkindern. Quelle: Max Brasch
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Göttingen

An dem Projekt mit dem Namen „MusiDaZ“, abgekürzt für „Musik: Deutsch als Zweitsprache“, nehmen acht Kinder im Vorschulalter unterschiedlicher Herkunft teil. Es wurde auch deshalb ins Leben gerufen, weil nicht für alle Flüchtlingskinder ein Kindergartenplatz zur Verfügung stand, sagt die Heimleiterin Leonie Engelbert. Die Unterrichtsstunden finden täglich in den Räumen der Flüchtlingsunterkunft statt. Die Kinder sollen einen schnellen Einstieg in die Sprache bekommen und sich gleichzeitig an feste Unterrichtszeiten gewöhnen. Das Projekt entstand durch die Kooperation zwischen Bonveno und dem Fachbereich Soziales der Stadt Göttingen und wird durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung Calenberg-Grubenhagensche Landschaft ermöglicht, erklärt Engelbert. Das Konzept entwickelte die Musiklehrerin Vicki Bönninger. Die Inhaberin der Integrativen Kunst- und Musikschule Rosdorf leitet die Unterrichtsstunden gemeinsam mit der Erzieherin Silke Mußmann.

Fortschritte sichtbar

Obwohl das Projekt erst vor vier Wochen ins Leben gerufen wurde, seien bei den Kindern schon Fortschritte zu beobachten, erzählt Bönninger. Es sei zwar nicht immer einfach, die Vorschulkinder längere Zeit konzentriert zu halten, allerdings gewöhnten sie sich an die Regeln und kämen mittlerweile pünktlich zum Unterricht. Manchmal wiesen sie sich sogar gegenseitig an, die gemeinsamen Regeln zu befolgen. Zu Beginn des Projekts arbeitete sie mit einfachen Begriffen, Pronomen, wie „du“ und „ich“, Personen, wie „Mama“ und „Papa“ und Körperteilen, wie „Nase“ oder „Mund“. Später seien Tiere und Kleidungsstücke dazugekommen, danach Worte aus dem Wohnumfeld. Einige der Kinder könnten sogar bereits einfache Sätze konstruieren. Insgesamt sei das Niveau aber, auch wegen der unterschiedlichen Altersgruppen, nicht einheitlich.

Rücksicht auf traumatische Erlebnisse

Es gäbe keinerlei Schwierigkeiten wegen der unterschiedlichen Herkunft der Kinder, erklärte Engelbert. Eine Besonderheit des Unterrichts sei, dass einige der Kinder durch die traumatischen Erlebnisse in ihren Herkunftsländern oder auf der Flucht Ängste entwickelt haben, erzählt Mußmann. So würden einige beispielsweise den Unterricht nur gemeinsam mit einem Geschwisterteil besuchen oder nur neben bestimmten Freunden sitzen wollen. Es sei manchmal schwer Traumata zu erkennen, da Kinder diese nicht offen zeigen. Die Symptome könnten zudem mit einer zurückhaltenden Persönlichkeit verwechselt werden. Auch wenn das Projekt noch sehr jung ist, seien sowohl die Heimleitung, als auch Bönninger von den Fortschritten der Kinder überrascht und davon überzeugt, dass der musikalische Deutsch-Unterricht die Kinder in ihrer Sprachentwicklung förderte.

Von Max Brasch

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