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Göttingen Politiker besuchen Siekhöhe
Die Region Göttingen Politiker besuchen Siekhöhe
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00:17 06.05.2017
Quelle: MAH
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Göttingen

Immer wieder und von verschiedenen Seiten wurde die Flüchtlingsunterkunft am Groner Anna-Vandenhoeck-Ring kritisiert - sie sei zu laut, gar menschenunwürdig. Sollten Unterkünfte geschlossen werden, sobald es die Flüchtlingszahlen zulassen, so wäre die Einrichtung auf der Siekhöhe vermutlich die erste.

So dachten viele, doch die Stadtverwaltung präferiert stattdessen die Schließung der Unterkünfte an der Gustav-Bielefeld-Straße 8a, an der Großen Breite 10, in der ehemaligen Voigtschule und im ehemaligen IWF-Gebäude.

„Ich sehe den Vorschlag der Stadt skeptisch“, sagt Güntzler während seines Besuches in der ehemaligen Industriehalle. Rund 140 Bewohner leben dort zurzeit, maximal 418 Menschen kann die vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) geführte Einrichtung aufnehmen.

Allerdings: „Wir waren noch nie bei 200“, sagt Unterkunftsleiter Pascal Comte. Er und Lars Willmann, Koordinator für Soziales, kümmern sich um die Organisation - 94 Ehrenamtliche sind auf der Siekhöhe tätig. „Ich bin der Meinung, dass unser Netzwerk das beste ist“, sagt Willmann. Die Betreuung, die Angebotsvielfalt, vor allem aber auch der Vorteil, ein eigenes Sanitäter-Team zu haben, mache es leichter, die Menschen zu erreichen und zu versorgen als andernorts.

Die Bewohner selbst sehen ebenfalls keinen Grund zur Schließung. „Wenn Leute sagen, dass die Unterkunft nicht gut ist, dann ist das nicht wahr“, sagt Deng Migak. Es sei sauber und es gebe genug Platz. Und: „Die Helfer machen einen perfekten Job, sie versuchen immer. einen zu verstehen.“ Das sieht auch Cesar Castronuevo so: „Uns wird bei den kleinsten Schwierigkeiten geholfen, Unterstützung ist immer da.“ Auch er hält die Unterkunft für gut.

Zwar wolle die Verwaltung nicht mehr als 200 Menschen in der Halle unterbringen, aber sollten die Flüchtlingszahlen doch noch einmal anwachsen, sei eine Unterbringung auf der Siekhöhe „am einfachsten zu gewährleisten“, erklärte Lieske. „Wir als Stadt sind der Meinung, dass wir diese Einrichtung aufrecht erhalten sollten.“

Güntzler sieht darin den Versuch, vor allem die Kosten zu drücken. 140000 Euro könnte die Stadtverwaltung mit den vier Schließungen monatlich einsparen. „Es geht darum, die bestmögliche Lösung für die Flüchtlinge zu finden“, und dabei sei es falsch, die Kostenfrage in den Vordergrund zu stellen, so Güntzler. Unabhängig davon zeigte sich aber auch der Bundestagsabgeordnete beeindruckt von dem, was der DRK und die Helfer auf der Siekhöhe leisten: „Sie haben aus den Rahmenbedingungen das Maximum rausgeholt“. yah

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