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Göttingen Forderungen von Eltern zurückgewiesen
Die Region Göttingen Forderungen von Eltern zurückgewiesen
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00:17 21.05.2017
Von Kuno Mahnkopf
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Göttingen

Die Forderung nach einer Pause bei der Integration behinderter Schüler an Regelschulen entspreche keineswegs den Forderungen aller Eltern, sagt Christian Jelinek vom Arbeitskreis. Der Landeselternrat fordere eindeutig einen Ausbau der Inklusion statt einer Pause. Nach Angaben Jelineks vertritt der Arbeitskreis Down-Syndrom rund 50 Betroffene in Stadt und Landkreis Göttingen.

Unterstützung bemängelt

Anika von Bose vom Celler Kreiselternrat hatte moniert, dass „Sonderpädagogen, die als Dauerreisende von Regelschule zu Regelschule pendeln“, die Zeit für eine inhaltliche Gestaltung fehle. Elternvertreter Matthias Ahäuser aus Hannover hatte von enttäuschten Eltern berichtet, die mangels Unterstützung an Regelschulen ihre Kinder jetzt wieder auf Förderschulen schicken würden.

Der Arbeitskreis Down-Syndrom weist diese Kritik zurück. Sowohl Ahäuser als auch von Bose seien Vorstandsmitglieder eines Vereins, der den Erhalt separater Förderschulen unterstütze, merkt Jelinek an. Ihre Äußerungen würden den falschen Eindruck erwecken, dass die Elternvertreter in Niedersachsen einen  Stopp der Inklusion fordern würden, ergänzt die Gieboldehäuserin Christine Nolte.

Verbesserungen gefordert

Nach Angaben der Landesregierung besuchen inzwischen 61,4 Prozent der Kinder mit Förderbedarf eine reguläre Schule. Der Alltag an vielen Schulen in und um Göttingen zeige, dass Inklusion seit vielen Jahren erfolgreich umgesetzt werde, meint Jelinek. Wie der Landeselternrat fordert auch der Arbeitskreis Down-Syndrom eine bessere personelle, räumliche und finanzielle Ausstattung der Regelschulen für die Inklusion. Insbesondere mehr Förderpädagogen würden dort dringend gebraucht.

Bessere Bedingungen würden gerade nicht geschaffen, wenn die Inklusion vorübergehend ausgesetzt werde. Zudem bleibe Kindern ihr Recht auf inklusive Bildung verwehrt.  Stattdessen wären sie gezwungen, auf Förderschulen zu gehen. Ein derartiges Vorgehen wäre indiskutabel und widerspreche der UN-Behindertenrechtskonvention.

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